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Corona-Virus bedroht auch Olympia in Tokio

Ausrichter der Sommerspiele in Tokio sind wegen weltweiter Epidemie besorgt.

Das Corona-Virus hält die Welt in Atem. Mittlerweile hat die schwere Lungenkrankheit, die in China ihren Anfang nahm, mehr als 2000 Todesopfer gefordert. Auch wenn es hierzulande bislang erst verhältnismäßig wenig Erkrankte gab, ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen weltweit auf mehr als 74 000 Fälle gestiegen. Jetzt droht sich die Epidemie auch auf die Olympischen Spiele in Japan auszuwirken.

„Ich bin ernsthaft besorgt, dass die Ausbreitung der Infektionskrankheit den Spielen einen Dämpfer versetzen könnte“, sagte der Organisationschef der Sommerspiele in Tokio, Toshiro Muto.

Auch Saburo Kawabuchi, Bürgermeister des Athletendorfs, in dem 11 000 Olympioniken untergebracht werden sollen, zeigte sich besorgt. „Ich hoffe wirklich, dass die Infektionskrankheit irgendwie abklingt, damit wir die Olympischen und Paralympischen Spiele reibungslos durchführen können.“

Formel 1- Rennen in Shanghai abgesagt

Zwar stehe eine Absage des größten Sportereignisses vom 24. Juli bis 9. August 2020 derzeit nicht im Raum, dennoch wurden aus Angst vor Ausbreitung der Krankheit bereits erste Wettkämpfe in Asien abgesagt oder verschoben.

  • Die Leichtathletik-Hallen-Weltmeisterschaften, die vom 13. bis 15. März 2020 im chinesischen Nanjing geplant waren, wurden abgesagt.

  • Das Formel 1-Rennen, das am 19. April 2020 in Shanghai stattfinden sollte, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch das Debüt der Königsklasse am 5. April 2020 in Vietnam steht auf der Kippe.

  • Der Tokio-Marathon, der am 1. März 2020 als Generalprobe für den olympischen Marathon gedacht war, findet ohne das Massenrennen mit 34 000 Startern statt. Es sind lediglich die Profi-Läufer startberechtigt.

  • Die Austragungen der World Rugby Sevens Series in Hongkong und Singapur wurden von April auf Oktober verschoben.

  • Zwei Profi-Golfturniere der Damen in Thailand und Singapur wurden ersatzlos aus dem Turnierkalender gestrichen.

  • Die chinesischen Tischtennis-Asse, die in Tokio zu den Medaillenanwärtern zählen, bereiten sich nicht wie geplant in ihrer Heimat, sondern in Katar auf Olympia vor.

IOC sieht keine Gründe für Absage

Hintergrund: Japan ist das Land mit der höchsten Anzahl von Coronavirus-Fällen außerhalb Chinas. Im Hafen von Yokohama stand das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess" über zwei Wochen unter Quarantäne, 540 Passagiere wurden positiv auf das Virus getestet. In Japan selbst gibt es bislang einen bestätigten Todesfall.

Trotzdem versuchen das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die japanischen Veranstalter keine Panik zu verbreiten. „Die Weltgesundheitsorganisation hat uns gesagt, dass es keinen Grund für einen Notfallplan bezüglich einer Absage oder Verlegung der Spiele gibt“, sagte der Präsident der IOC-Koordinierungskommission, John Coates. Dennoch räumte er ein, dass noch eine Menge Kommunikationsarbeit erforderlich sei, um den Sportlern die Ängste zu nehmen.