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Der Transgender-Ringer mit 56:0-Siegen am Stück

Er gewinnt die Meisterschaft gegen Mädchen und wird gnadenlos ausgepfiffen

Mack Beggs gewinnt und gewinnt. Bei der Texas-Meisterschaft krönte er sich zum Sieger in der Mädchen-Konkurrenz. Ihr lest richtig, „er“, denn als Transgender-Junge muss er, weil in der Geburtsurkunde als Mädchen eingetragen, auch als Mädchen kämpfen. Diese Änderung ist nur durch einen Gerichtsbeschluss möglich. Seit Oktober 2015 unterzieht sich Mack nun schon einer Hormontherapie. Seine Anfrage, an den Ringen-Wettkämpfen der Jungen teilzunehmen, wurde ihm jedoch von der University Interscholastic League (UIL) nicht stattgegeben. Sie beziehen sich immer wieder auf die Daten in der Geburtsurkunde. Er tritt also weiter in den Mädchen-Konkurrenzen an und hat doch nur eine beeindruckende Siegesserie vorzuweisen.

Bei der vor Kurzem stattfindenen Meisterschaft sorgte seine Teilnahme wieder für jede menge Diskussionen. Seine Gegnerinnen sagen, Mack habe einen Vorteil wegen der Testosteron-Einnahme. Oft muss Mack sich deswegen bei Ringkämpfen ausbuhen lassen. Der Vater einer ehemaligen Freundin und jetzigen Gegnerin von Mack startete vor einigen Monaten sogar eine Petition, Mack an den Wettkämpfen der Jungen teilnehmen zu lassen. Ohne Erfolg. Es wurde abermals auf die notwendige Geschlechtsangleichung in der Geburtsurkunde verwiesen. An Macks momentaner Situation wird sich als so schnell nichts ändern.

Der Bundesstaat ist dafür verantwortlich

Texas ist ein konservativer und von den Republikanern fast immer mehrheitlich geführter Bundesstaat. Debatten um transgeschlechtliche Personen und ihre Rechte gibt es hier schon seit Jahren, aber selten kommen dort positive Entscheide für Mack heraus. Erst Anfang des Jahres wurde dort die sogenannte „Texas Privacy Bill“ von Präsident Trump vorgestellt, die es Transgendern verbieten soll, Toiletten und Umkleideräume, die nicht dem Geschlecht in ihren Geburtsurkunden entsprechen, zu benutzen. Demnach darf Mack nur auf Damentoiletten zu finden sein.

Letzte Ausfahrt College

Im nächsten Jahr wird Mack voraussichtlich seinen High School Abschluss machen und wahrscheinlich auf ein College gehen. Da die UIL an den meisten Colleges nichts mehr zu sagen hat, kann es gut sein, dass Mack in Zukunft an den Wettkämpfen der Männer teilnehmen darf. Nicht nur um das persönliche Dilemma von Mack zu beenden, sondern auch all den Mädchen, die immer das Nachsehen hattet endlich wieder Siege zu ermöglichen.