Earth

Wenn kleine Vereine groß werden

+++ Schweizer Drittligist erfüllt sich Traum von neuem Zuhause +++

Der SC Kriens ist einer dieser Vereine, der eine ruhmreichere Vergangenheit besitzt und nun endlich wieder aus dem Schatten der Unterklassigkeit empor steigen will. Nach vielen Jahren in der Dritt- und Viertklassigkeit der Schweiz steht nach dem zweiten Platz im letzten Jahr nun wohl bald der Aufstieg in die zweite Liga an. Dafür und für den steigenden Fanzuwachs benötigt man ein neues Stadion. Schneller, höher, weiter und das alles in kurzer Zeit. Doch so ein Stadion ist teuer. Auch wenn wir Deutschen mit der Schweiz Geld in Verbindung bringen, ist nicht jeder Verein dort so gut betucht, besonders nicht in den unteren Ligen.

Und was macht ein moderner Verein, wenn er kein Geld hat. Er bedient sich modernen Finanzierungsmitteln – zurzeit sehr beliebt: Crowdfunding.

Worum geht es in diesem Projekt?

„Für den Innenausbau des neuen Sportzentrums Kleinfeld fallen einmalige Kosten an, die wir als Verein nicht durch unsere laufenden Betriebseinnahmen decken können. Deshalb benötigen wir viele, viele Stadionbauer, die den Ausbau unseres Kleinfelds finanziell mittragen“, hieß es auf der Crowdfunding-Seite. Und nicht, dass ihr denkt, die spielen in den unteren schweizer Klassen auf Kleinfeld – das Stadion heißt so und fasst zurzeit bis zu 5100 Zuschauer.

Die Einrichtung der Räume soll den „familiären und bodenständigen Werten des SC Kriens entsprechen, sie repräsentieren und dafür sorgen, dass sich alle - vom Junior bis zum Senior - im neuen Sportzentrum Kleinfeld zu Hause fühlen.“

Das waren die Ziele und die Zielgruppe?

Das neue Sportzentrum Kleinfeld soll ein Begegnungsort für Menschen in Kriens und der Region Zentralschweiz werden. Der SC Kriens sprach mit diesem Aufruf alle sport- und fußballbegeisterten Menschen der Innerschweiz, alle SCK-Freunde und alle die sich für gelebte Fußballkultur einsetzen, an.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Das neue Sportzentrum Kleinfeld soll auf einer soliden und finanziell unabhängigen Basis aufgebaut werden. Damit wollen die Schweizer ein nachhaltiges Zuhause für ihre Junioren, Aktiven, Senioren, Fußballfans und Sportfreunde schaffen.

So soll das Stadion von außen aussehen.

Wer steht hinter dem Projekt

„Das Erfolgsrezept des SC Kriens liegt seit Jahrzehnten in der familiären Vereinsstruktur und einer Kombination von Breiten- und Leistungssport mit einem sehr großen Anteil an Freiwilligenarbeit. Deshalb steht der ganze Verein SC Kriens geschlossen hinter dieser Crowdfunding-Kampagne“, so der Klub zum Crowdfunding.

Das Crowdfunding war ein voller Erfolg für den SC Kriens

Die Spendenaktion des SC Kriens für den Innenausbau des Stadions ist erfolgreich verlaufen. Insgesamt hat der Verein über Crowdfunding 281.944 Franken gesammelt, teilte der Verein mit. Weit über 1000 Personen haben sich an der Aktion beteiligt. „Geschafft haben wir das dank einer Solidaritätswelle, die wir in diesem Ausmaß nicht erwartet haben“, wird Werner Baumgartner, Präsident des SCK, zitiert.

Innerhalb von 50 Tagen sollten eigentlich nur 194.440 Franken gesammelt werden. Mit Beträgen ab 100 Franken konnte jeder ein Teil des Projekts werden. Dieses Ziel wurde nun deutlich übertroffen. Nach lediglich 34 Tagen hat man dieses Ziel erreicht. Damit ist die größte Crowdfunding-Aktion in der Schweizer Sportgeschichte zu einem erfolgreichen Ende gekommen. Der Klub steckt nun voll in der Planung und will ab August 2018 in seinem neuen Heim spielen, und das am besten schon in der zweiten Liga. Mit der Aufstiegseuphorie und dem neuen Stadion sind dann vielleicht noch weitere Wunder drin. Mit dieser Geschlossenheit im Umfeld kann ein Verein schließlich viel erreichen. Bestes Beispiel aus Deutschland ist wohl der SV Darmstadt, der schon in Liga 4 eine Einheit mit seinen Fans war und innerhalb von nur fünf Jahren in die Bundesliga aufsteigen konnte.