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2018 endlich wieder auf dem Podium?

+++ Der deutsche Formel-1-Pilot wartet auf die Rückkehr aufs Podest +++

Alle Fachleute sind sich einig darüber, dass Nico Hülkenberg zu den stärksten Fahrern im Feld der Königsklasse gehört. Vor allem im Qualifying zeigt der Deutsche immer wieder seine Klasse auf und konnte auch 2017 so manche Hundertstelsekunde aus seinem Renault herausquetschen. Doch ein Besuch auf dem Podium war ihm bislang in seiner Formel-1-Karriere nicht vergönnt.

Der Rekord, den niemand will – Hülkenbergs Negativ-Serie

Objektiv betrachtet hat Hülkenberg auch in der vergangenen Saison wieder abgeliefert. Der Wechsel zum Werksteam von Renault war ein neuer Schritt in der Laufbahn des Emmerichers. Dass man bei den Franzosen in diesem Jahr noch kleine Brötchen backen würde, das war von vorneherein klar.

Doch „The Hulk“ war der Punktegarant für die Mannschaft, die mittelfristig wieder an der Spitze der Formel 1 mitmischen will. Aber dem sympathischen 30-Jährigen blieb trotz einer positiven Saison wieder einmal der Sprung auf das Podest der Formel 1 verwehrt.

Damit löste Hülkenberg Landsmann Adrian Sutil ab, was die Grand-Prix-Teilnahmen ohne Podiumsergebnis angeht. Sutil blieb bei 128 Rennen ohne Podestbesuch, nach diesem Jahr steht hier Hülkenberg allein an der Spitze. 137 Starts absolvierte er in seiner bisherigen Karriere, ohne dabei einmal unter den ersten Drei zu landen. Bei seinem Werdegang und seinem Talent eigentlich unverständlich. Doch „Hülki“ lässt sich von dieser Serie nicht aus der Ruhe bringen und das ist auch gut so.

Podest 2018? – Gute Chancen für Renault

Renault konnte sich im abgelaufenen Jahr stetig steigern, außer dem Debüt des wenig geliebten HALO-Cockpitschutzes stehen im kommenden Jahr wenig Änderungen am Reglement ins Haus, daher sollte sich das Feld mehr zusammenschieben.

Renault weiß aus der Vergangenheit in der Königsklasse, wie Erfolg geht und wird sicher der Spitze näherkommen. Auch wenn es schwierig wird, die derzeitigen Platzhirsche Mercedes, Ferrari und Red Bull anzugreifen, kann man sich die Top 4 der Teams als Ziel setzen. Und dass dabei bei dem ein oder anderen Rennverlauf endlich auch das ersehnte Podium herausspringt, dafür stehen die Chancen nicht schlecht.

Nico Hülkenberg ist zwar gelassen, was seine fehlenden Podiumsergebnisse angeht, doch der gebürtige Emmericher hätte nichts dagegen, diesen Makel in seiner Formel-1-Laufbahn endlich loszuwerden.

Dabei scheint es wie verhext zu sein, denn wenn sich plötzlich die Chance auf ein Podium ergibt, dann gab es in der Vergangenheit auch einige der wenigen Fehler des Deutschen zu sehen. Der Große Preis von Aserbaidschan in Baku 2017 war so eine der wenigen Möglichkeiten, als der Renault-Fahrer am Ende locker unter den besten Drei hätte stehen können. Doch Hülkenberg verlor seinen Boliden und musste einen Ausfall hinnehmen.

2012 kämpfte er mit dem Force India beim Großen Preis von Brasilien mit Lewis Hamilton sogar um die Führung, als sich beide berührten und er eine Strafe aufgebrummt bekam, sonst hätte er wohl nie den Negativ-Rekord aufstellen können. Doch die Podiums-Statistik alleine sagt wenig über seine Leistung aus, denn die hat er in den letzten Jahren auch an anderer Stelle bewiesen.

Nico Hülkenberg (r.) feiert seinen Sieg.

Le Mans-Sieg beim Debüt

Hülkenbergs Weg in die Formel 1 war gradlinig. Meister im Kart, Titel in der Formel BMW, Sieger des deutschen Formel 3-Cups und auch Meister der Formel 3-Euroserie. Es folgte der Aufstieg in die GP2, der heutigen Formel 2, wo er im Debütjahr den Titel einfuhr. Vorher gewann er ebenfalls noch die A1 Grand Prix Serie 2006/2007.

Danach debütierte er bei Williams, holte sich bei abtrocknenden Streckenverhältnissen in Brasilien seine erste Pole Position und musste dann doch auf die Ersatzbank, da der britische Traditionsrennstall mehr auf Geld, statt auf Talent setzen musste. Bei Force India konnte er schließlich gegen stark eingeschätzte Teamkollegen überzeugen und schlug nun mit Renault das nächste Kapitel seiner Karriere in der Formel 1 auf.

Dabei gelang ihm bei den 24 Stunden von Le Mans etwas, was nur Wenigen vergönnt ist. 2015 ging er für Porsche erstmalig im Sportprototypen-Hybrid an den Start und gewann eines der größten Rennen überhaupt auf Anhieb. Als nächstes steht 2018 jetzt seine Formel-1-Statistik auf dem Prüfstand und es ist an der Zeit, dem Podium in der Königsklasse endlich einen Besuch abzustatten.