Fire

Alon Day – der erste Israeli in der NASCAR

Renndebüt für Day in der obersten amerikanischen NASCAR-Liga

Vor kurzem gab die amerikanische NASCAR eines ihrer seltenen Gastspiele auf einem Rundkurs. Fernab der schnellen Ovale war das Rennen im kalifornischen Sonoma vor allem für einen Fahrer ein ganz besonderer Moment.

Alon Day durfte erstmals in einem Rennen der großen NASCAR in den USA antreten. Der 25-jährige erfüllte sich damit einen Traum, der aber noch lange nicht ausgeträumt ist. Mit seinem Start auf dem Raceway Sonoma war dies zudem ein historischer Moment für den ganzen Sport. Day ist der erste Israeli, der an einem Rennen des NASCAR-Cups teilgenommen hat.

Schwieriger Karrierestart in Israel

Israel und Motorsport – das war jahrelang kein Thema. Alon Day begann seine Karriere 2002, als der Sport hier so gut wie nicht präsent war. Die erste permanente Rennstrecke wurde sogar erst in diesem Jahr fertiggestellt. Keine guten Voraussetzungen für eine Karriere im Rennsport möchte man meinen, doch Day ging seinen Weg. Der war zwar ungewöhnlich, doch der Erfolg gibt ihm Recht.

Day im EuroNASCAR

Zunächst versuchte er sich im Formelsport, landete 2011 auch in der heutigen Formel 3 Euroserie, bevor es auch ein Gastspiel in der FIA GT-Rennserie am Steuer eines Mercedes SLS gab. Ebenfalls war er in der Indy Lights-Rennserie aktiv, der Vorstufe zu den IndyCars in Amerika. Day wurde zwangsläufig zum Globetrotter, um seine Karriere in Schwung zu halten.

Seine motorsportliche Heimat fand er dann zunächst 2015 in der EuroNASCAR-Rennserie, des wenig bekannten europäischen Ablegers der NASCAR aus den USA. Hier wurde er in seinem Debütjahr Vizemeister und im Vorjahr Gesamt-Dritter. Die sehr speziell zu fahrenden V8-Boliden mit über 400 PS liegen dem Israeli augenscheinlich. Dazu ist die Serie nach und nach auf dem Vormarsch.

Der Weg nach Amerika

Der Austausch mit der amerikanischen NASCAR wurde in den letzten Jahren immer intensiver, Day und auch Anthony Kumpen, der zweimalige Meister, durften schon das ein oder andere Mal zu einem Gaststart in der zweiten NASCAR-Liga über den großen Teich. Zudem stattete vor kurzem im englischen Brands Hatch der Ex-NASCAR-Champion Bobby Labonte dem Feld einen Besuch ab. Der US-Amerikaner schlug sich dabei ordentlich, konnte aber ganz vorne kein Wort mitreden.

Das zeigt bereits, dass der Wettbewerb auch hier deutlich an Intensität zugenommen hat und Alon Day ist hier immer mit an der Spitze dabei. So war es früh sein auserkorenes Ziel, es mittelfristig in die USA zu schaffen. Sein jetzt absolvierter Start war ein erster Schritt in diese Richtung.

Dabei hätte sein erster Auftritt in den Staaten durchaus glücklicher verlaufen können. Day zeigte sich im ungewohnten Umfeld ohne Testerfahrungen gut aufgelegt und konnte zwischenzeitlich im starken Feld die Top 15 erreichen. Durch Feinkontakt kam sein Toyota Camry allerdings gegen Rennende mit reichlich Kaltverformung ins Ziel – daher reichte es nur zu Rang 32. Dennoch, für Day und auch für die europäische NASCAR-Rennserie war dieser Start ein gewaltiger Schritt.

„Natürlich lief es nicht so, wie er es uns gewünscht haben, aber das ist Rennsport und es war einfach eine fantastische Erfahrung, auf und neben der Strecke. Wir werden definitiv stärker zurückkommen“, so Alon Day nach seinem Debüt. Wann der nächste Start in der obersten NASCAR-Liga ansteht, ist noch nicht fix, aber der Israeli ist bereit dafür und Aufgeben ist für ihn keine Option.