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Billy Monger – Ein unglaubliches Comeback

+++ Britischer Youngster sitzt nach Beinamputation wieder im Renncockpit +++

Es war mit der schlimmste Unfall, den die Welt des Motorsports im vergangenen Jahr mit ansehen musste. Der erst 17-jährige Nachwuchsfahrer Billy Monger aus England erlebte einen wahren Horror-Unfall bei einem Formel-4-Rennen in Donington Park.

Monger hatte keine Chance, einem Konkurrenten aus dem Weg zu gehen und die Kollision damals zu vermeiden. Die Front seines Formel-Fahrzeuges wurde komplett zerstört, die Bergung des jungen Rennfahrers dauerte eine gefühlte Ewigkeit.

Glück im Unglück, der Youngster überlebe den üblen Crash, nachdem er ins künstliche Koma versetzt wurde. Doch seine beiden Unterschenkel mussten amputiert werden, das sichere Ende seiner Rennsport-Ambitionen, so schien es zumindest.

Mit Vollgas zurück ins Leben

Während viele in solchen Momenten ausreichend Probleme damit gehabt hätten, ihren Alltag überhaupt noch zu bewältigen, war für den jungen Engländer schon wieder ein Ziel glasklar vor den Augen: Der Weg zurück in einen Rennwagen.

Das Video seines fürchterlichen Unfalls führte in der ganzen Welt zu Schlagzeilen. In ein paar Tagen kamen so enorm viele Spenden zusammen, um für die Kosten seiner Behandlung aufzukommen. Unter anderem Lewis Hamilton und Ex-F1-Weltmeister Jenson Button waren unter den zahlreichen Unterstützern.

Diese Unterstützung gab Monger die Kraft, noch stärker an die unwahrscheinliche Rückkehr ins Cockpit eines Rennwagens zu glauben. Seinen 18. Geburtstag musste er noch im Krankenhaus feiern, übrigens mit einem Bier zur Volljährigkeit. Doch keine drei Wochen nach seinem Horror-Crash war er bereits wieder auf dem Weg nach Hause.

Billy Monger wuchs mit dem Rennsport auf und der Youngster ist noch lange nicht bereit, seinen Traum aufzugeben. So schaffte er innerhalb kürzester Zeit das, was für viele unmöglich schien.

8 Wochen später – Rückkehr in einen Rennwagen

Acht Wochen nach einem Unfall, den er nur mit Glück überlebte, saß der junge Brite dann wieder in einem echten Rennwagen. Monger nahm Platz in einem umgebauten VW Fun Cup-Fahrzeug, das vom Äußeren an einen VW Käfer erinnert. Der Wagen kam natürlich mit einigen technischen Umbauten um die Ecke, damit Monger ihn fahren konnten.

Durch seine Runden erhielt er seine Rennfahrer-Lizenz zurück, aber der talentierte Nachwuchspilot wollte unbedingt zurück in einen Formel-Monoposto-Rennwagen.

Dabei standen ihm aber zunächst auch die Regeln des Motorsport-Weltverbandes FIA im Weg, die Fahrer mit Behinderung wie den seinen vom Motorsport in Formelwagen ausschließen. Doch auch hier ließ Billy Monger und sein Umfeld nicht locker, so dass er im letzten Dezember dann doch von der FIA grünes Licht für eine Rückkehr ins Formel-Cockpit erhielt.

Im Februar war es dann schließlich soweit. Billy Monger saß wieder am Steuer eines Formel-Fahrzeuges. Für die britische Mannschaft von Carlin Motorsport nahm er in einem umgebauten Formel-Boliden Platz und drehte wieder seine Runden. Lediglich rund neun Monate waren seit seinem Horror-Crash vergangen.

Die unglaubliche Geschichte von Billy Monger ist noch lange nicht am Ende. Neben der Chance, dass er im Team des Franzosen Frederic Sausset, selber arm- und beinamputiert, bei den 24 Stunden von Le Mans zum Fahrerkader gehören könnte, will er auch weiter an seiner Karriere im Formelsport arbeiten. Unmöglich ist ein Wort, das es im Wortschatz des Youngsters nicht zu geben scheint.