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Charles Leclerc – Auf dem Weg in die Formel 1

Monegasse beeindruckt 2017 in der Formel 2

Die Formel 2, bis zur Umbenennung noch unter dem Namen GP2 bekannt, brachte in den letzten Jahren nicht wirklich einen Fahrer hervor, der die Formel 1 im Sturm eroberte. Doch anno 2017 fährt sich ein Name nachhaltig in die Notizbücher der Formel 1-Teamchefs.

Charles Leclerc dominiert das Geschehen in der Klasse direkt unterhalb der Königsklasse wie schon lang kein Fahrer mehr vor ihm. Warum der Monegasse mit seinen 19 Jahren etwas besonders ist, sieht man am besten an einem Paradebespiel auf der Strecke – in diesem Fall der Auftritt der Formel 2 in Bahrain. Leclerc wurde auf eine andere Reifenstrategie gesetzt und schnappte sich in 9 Runden 13 Gegner, Überholkunst zum Genießen:

Ferrari-Junior fährt in einer eigenen Liga

Charles Leclerc begann seine Karriere 2005 klassisch im Kartsport. Nach frühen Erfolgen wechselte er 2014 in die Formel Renault und wurde auf Anhieb Vizemeister. 2015 wurde er als Rookie in der hart umkämpften Formel 3-Euroserie Vierter.

2016 ging es dann ab auf die Überholspur. Dem Meistertitel in der GP3-Serie folgte die Berufung ins Förderprogramm von Ferrari. In seiner Funktion als Junior konnte er somit schon Testfahrten für den italienischen Traditionsrennstall absolvieren, auch für Ferrari-Motorenkunde Haas war er schon aktiv.

Seit 2017 fährt er nun bei der Mannschaft vom Prema Powerteam als Ferrari-Junior in der Formel 2. 5 Saisonsiege konnte er bereits einfahren und bislang zeigt sich nicht wirklich ein echter Gegner in Sachen Titelkampf. Zudem gingen alle Pole Positions an den monegassischen Rennfahrer, Leclerc ist in einer eigenen Liga unterwegs. Zwar wurde er zuletzt in Ungarn aufgrund der Technik ans Ende des Feldes gesetzt, doch eigentlich gehörte ihm auch diese Pole.

Seit 2009 gab es in der Formel 2 keinen Piloten mehr, der auf Anhieb in seinem ersten Jahr Meister werden konnte. Damals war es ein gewisser Nico Hülkenberg, Leclerc wird aller Wahrscheinlichkeit der nächste sein. Der Weg in die Formel 1 ist vorgezeichnet - Ferrari hält hohe Stücke auf den erst 19 Jahre alten Fahrer. Auch wenn ein direkter Einstieg bei der Scuderia Ferrari trotzdem unwahrscheinlich ist, wird man ihn irgendwo unterbringen wollen – die Italiener wollen dieses Juwel nicht ziehen lassen.

Seine aktuelle Mannschaft ist bereits italienisch und beim Prema Team ist das Talent bestens aufgehoben. Im Vorjahr konnte das Team die beiden ersten Plätze in der Fahrerwertung sichern, zudem ist man auch in der Formel 3 auf Titelkurs. Auch für den deutschen Maximilian Günther sicher ein lohnenswertes Cockpit, wenn Leclerc nach diesem Jahr seine Karriere weiter Richtung Königsklasse ausrichten wird. Den können auch Schicksalsschläge nicht vom Siegen abhalten.

Wenn das Schicksal zuschlägt – Charles Leclerc durchlebte harte Zeiten

Die Karriere von Leclerc stand unter maßgeblichen Einfluss von Jules Bianchi. Vom Franzosen lernte der heutige Ferrari-Junior fiel, zudem half er ihm, um seine Laufbahn weiter nach vorne zu bringen. Der Unfall von Bianchi beim Großen Preis von Japan 2014 und dessen Tod vor zwei Jahren haben den jungen Nachwuchsfahrer sehr mitgenommen.

Doch Leclerc verfolgt weiter seinen Traum, seine Erfolge geben ihm Recht. Doch erst vor wenigen Wochen schlug das Schicksal erneut zu. Sein Vater starb kurz vor dem Auftritt der Formel 2 in Baku. Der junge Monegasse antwortete mit der Pole-Position und mit dem Sieg am Folgetag – auf seinem Helm fand sich der Schriftzug "Je t'aime papa“. Der währe mehr als stolz auf seinen Filius, der wir über kurz oder lang in der Formel 1 sehen werden.