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Die Zukunft der Formel E

+++ Futuristisch geht die Elektro-Rennserie in die Zukunft +++

Die Formel E boomt zurzeit wie keine andere Rennserie. Große Hersteller kommen am Thema Elektromobilität schon lange nicht mehr vorbei und das macht auch vor dem Motorsport nicht Halt.

Audi ist schon werksseitig mit von der Partie, BMW wird sein Engagement ausbauen, Porsche und Mercedes stehen in den Startlöchern und werden bald im E-Motorsport mitspielen. Dazu präsentierten die Verantwortlichen der Elektro-Rennserie vor kurzem nun die „Generation 2“. Dabei handelt es sich um das neue Einheitsauto, das in den Jahren 2019 bis 2021 eingesetzt wird.

Formel E 2.0 – Die Generation 2

Die ersten Bilder des neuen Boliden zeigen, mit welch futuristischem Design man hier künftig unterwegs sein wird. Dabei wird das Chassis selber vom italienischen Hersteller Dallara in Kooperation mit den Franzosen der Firma Spark angefertigt.

Der neue Bolide kommt mit stark veränderter Optik daher. Statt des im Motorsport gewohnten Heckflügels muss das neue Fahrzeug mit zwei kleineren Winglets am Heck auskommen, auch am Frontflügel sind keine Unmengen von aerodynamischen Flaps befestigt. Abtrieb ist nicht die Stärke der Formel E-Fahrzeuge und soll es auch künftig nicht sein. Allerdings hat man am Heck einen enorm hohen Diffusor angebracht, dazu muss nun auch dieses Fahrzeug mit dem Halo-System über dem Cockpit auskommen.

Man wird weiterhin auf die profilierten Reifen von Michelin vertrauen, somit kann man bei allen Bedingungen antreten und spart sich wie bisher auch zusätzliche Regenreifen.

Neue Elektro-Power

Viel entscheidender ist aber das, was sich unter der Haube tut. Bislang müssen die Fahrer nach der Hälfte der Renndistanz bei einem Boxenstopp in ein zweites Fahrzeug wechseln, um die Renndistanz von einer guten Stunde zu schaffen. Die bisherige Akkukapazität gibt einfach nicht mehr her.

Künftig kommt der neue Akku von McLaren. Die Briten ersetzten damit ab dem kommenden Jahr die Landsleute von Williams als Formel-E-Lieferant. Das neue Herzstück des Boliden wiegt 390 Kilogramm und speichert mit 56 kWh ungefähr doppelt so viel Energie wie die bisher verwendete Batterie. Der Antriebsstrang (Elektromotor, Inverter, Getriebe, Steuerelektronik) ist aber Sache in der Formel E involvierten Hersteller.

Fragezeichen hinter der Nachhaltigkeit

Viele deutsche Hersteller haben sich erst unlängst zur Formel E bekannt. Allein schon aus Marketing- und PR-Gründen kommt man am vermeintlich sauberen Elektro-Sport nicht vorbei. Doch die Realität sieht noch anders aus und das wird wohl auch noch ein Weilchen so bleiben.

Um die Batterien bei jedem Rennen wieder zu laden, vertraut man in der Formel E auf Diesel-Generatoren. Man nutzt für diese ein sogenanntes „Aquafuel“, welches aber mit Wasser nichts zu tun hat. Basis ist zwar kein Öl, dafür aber ein Glycerin, was bei der Verbrennung neben CO2 auch Stickoxide produziert. Mit der Formel E, die einen Großteil ihrer Rennen auf Stadtkursen austrägt, kommt also aktuell keineswegs die sauberste Art des Motorsports um die Ecke.

Der Weg der Formel E bis hin zur emissionsfreien Rennserie ist also noch ein sehr langer. Durch die Beteiligung vieler Hersteller kann man aber zumindest aus sportlicher Sicht in der Zukunft auf eine enorme Qualität im Fahrerfeld setzen.

Zweikämpfe an der Tagesordnung

Die Formel E-Fahrzeuge bieten enorm wenig Abtrieb, so dass es für viele Neueinsteiger kein leichtes Unterfangen ist, mit den Boliden klar zu kommen. Der Raum für Fehler ist immer noch groß, dazu gibt es auf den engen Stadtkursen immer wieder harte Rad-an-Rad-Duelle.

Wer in der Formel 1 keinen Platz gefunden hat, der schielt schon lange auf die Formel E. Aus Fahrersicht ist die Elektro-Rennserie zweifelsfreie einer der besten Plätze, an denen man als Pilot derzeit landen kann. Ehemalige Formel-1-Fahrer wie Sébastien Buemi, Nelson Piquet Jr oder Jean-Eric Vergne sind hier schon länger mit dabei und auch viele Nachwuchsfahrer haben sich hier einen Platz an der Spitze des internationalen Motorsports gesichert.

Für viele traditionellen Motorsportfans bleibt der fehlende Sound der Boliden ein enormes Manko im Gegensatz zum sonstigen Rennsport. Hier kann die Formel E auf Dauer nur mit spannenden Rennen punkten. Anders als bei der Nachhaltigkeit hat das die Formel E bislang geliefert.

Daniel Abt erster deutscher Rennsieger

Mit den vielen deutschen Herstellern, die in der Formel E aktiv sind oder bald aktiv sein werden, fehlte bislang aber noch ein Rennsieger aus unserem Land. Der 25-jährige Audi-Werksfahrer Daniel Abt aus Kempten hat dies beim Formel-E-Auftritt in Mexiko vor kurzem jetzt endlich geändert.

Abt schrieb damit als erster deutsche Sieger der Formel E Geschichte. Mit einem fehlerfreien Rennen in Mexiko-Stadt war dies gleichzeitig der erste Sieg des Audi-Werksteams in der Elektrorennserie.

Sportlich bleibt die Formel E mit spannenden Rennen auf Kurs, damit der Elektro-Motorsport aber auch wirklich nachhaltig unterwegs ist, liegt vor allen noch ein weiter Weg.