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Enttäuschungen des Motorsport-Jahres – Die Flop 5 in 2017

+++ Erwartungen nicht erfüllt – Das waren die Enttäuschungen der abgelaufenen Saison +++

Nach unserer Fahrer-Top 10 des Jahres werfen wir jetzt den Blick auf die Flops des Jahres. Von Formel 1 bis DTM – einige Piloten konnten die Erwartungen ganz und gar nicht erfüllen.

Platz 5 - Kris Meeke – WRC – Rallye-Weltmeisterschaft

Der Nordire galt vor der Saison als einer der Favoriten auf die Weltmeisterschaft, nachdem er im Jahr zuvor nur ein Teilzeitprogramm absolvierte. Citroën ist das Schwergewicht der Rallye-Szene, doch der neue Bolide entpuppte sich als äußerst kritisch zu fahren.

Meeke war stark in das Entwicklungsprogramm eingebunden und musste zum Auftakt des Jahres erkennen, dass der neue Wurf der Franzosen nicht titelfähig war. Dazu gesellten sich viele Fahrfehler, Kris Meeke brachte des Öfteren Schrott nach Hause.

Sein Jahr war eine Achterbahnfahrt, denn trotz aller Probleme schaffte er es, zwei Rallyes zu gewinnen. Doch zu häufig landete er im Aus, sein Teamchef verordnete ihm daraufhin eine Zwangspause. Höchststrafe für einen der angetreten war, den WM-Thron zu erklimmen. Dabei sorgte Meeke für einen der Motorsport-Momente des Jahres, als er sicher in Führung liegend bei der Rallye Mexiko den Sieg fast noch wegschmiss. Bleibt zu hoffen, dass der sympathische Rennfahrer sein Tief überwindet, bei Rallye-Piloten ist solch eine schwierige Phase nicht ungewöhnlich.

Kris Meeke kurz vor dem Ziel bei der Rallye Mexiko – eine Portion Glück war nötig:

Platz 4 Sebastien Buemi – WEC und Formel E

An der Leistung des ehemaligen Red Bull-Juniors und Formel 1-Pilot Sebastien Buemi gibt es auf der Strecke nur wenig auszusetzen.

Der 29-jährige Schweizer ist bei Toyota in der Sportprototypen-WM eine sichere Bank und konnte hier mit fünf Saisonsiegen sein fahrerisches Können wieder einmal beweisen. Gegen Porsche hatte man zwar am Ende des Jahres dann doch keine Chance in Sachen WM-Titel, doch Buemi ist ein Ass auf der Langstrecke.

Ebenfalls ist er schon lange eine Größe in der Formel E. In der zweiten Saison der Elektro-Rennserie konnte er für Renault den Titel einfahren und auch in der jahresübergreifenden Saison 2016/2017 lag er lange aussichtsreich vorne. Doch das Finale entwickelte sich zum Debakel, Buemi musste sich Dauerrivale Lucas di Grassi geschlagen geben. Danach war er mit sich selbst alles andere als zufrieden, die Schuld suchte er bei den Gegnern, die eine wüste Schimpftirade abbekamen. Zwar entschuldigte er sich im Nachhinein, doch Buemi verspielte mit diesem Auftreten enorm viel an Sympathie – Alles andere als meisterlich, von daher landet er in diesem Jahr in unseren Flop 5.

Buemi in Rage – Formel E in Kanada 2017:

Platz 3 - Edoardo Mortara - DTM

Bei Audi war der mittlerweile 30-jährige Edoardo Mortara noch Titelkandidat. Bei Mercedes sollte in diesem Jahr die Meisterschaft her. Doch das ging kräftig daneben für den Sieger der Formel 3 Euroserie aus dem Jahr 2010.

Der Wechsel zu einem der Hauptkonkurrenten der Ingolstädter kam überraschend, der in Genf geborene Mortara sollte den Stern aus Stuttgart in der DTM zum Leuchten bringen, doch 2017 ging fast gar nichts voran.

Trotz reichlich DTM-Erfahrung brachte der mit italienischer Lizenz an den Start gehende Rennfahrer lediglich drei Top 5-Platzierungen zustande, zehnmal blieb er sogar punktelos.

Mortara tat sich mit dem Wechsel des Fabrikates richtig schwer, mehr als Rang 14 im Endklassement war in dieser Saison nicht drin. Der Mercedes-Pilot will dieses Rennjahr sicher schnell vergessen.

Platz 2 - Pascal Wehrlein – Formel 1

Als im Vorjahr Nico Rosberg überraschend nach der gewonnenen Weltmeisterschaft seinen Rücktritt aus der Formel 1 verkündete, war plötzlich bei den Silberpfeilen ein Cockpit frei.

Zum Jahresende kamen nicht mehr viele Piloten für einen der besten Plätze in Frage. Zu diesem Zeitpunkt deutete einiges daraufhin, dass Mercedes das Cockpit dem eigenen Junior überlässt. Pascal Wehrlein galt als eine der wenigen möglichen Optionen bei den Stuttgartern. Doch bei Mercedes setzte sich die Skepsis gegenüber dem eigenen Nachwuchsfahrer durch und anstelle des 23-Jährigen holte man Valtteri Bottas ins Team.

Der Traum vom Aufstieg an die Spitze der Formel 1 war somit schnell ausgeträumt. Doch für Wehrlein ging die Talfahrt noch weiter. Bevor er erstmals für sein neues Sauber-Team an den Start gehen konnte, setzte ihn ein Unfall beim Race of Champions außer Gefecht, dabei sah es zunächst danach aus, als wäre alles glimpflich abgelaufen:

Somit begann die Formel 1-Saison des Deutschen erst in Bahrain. Zwar konnte er die einzigen fünf WM-Zähler für die Mannschaft von Sauber einfahren, dennoch war er teamintern nicht die klare Nummer 1. Er tat sich schwer gegen Marcus Ericsson, vom deutschen Youngster hatte man hier deutlich mehr erwartet. Im Sauber mit Vorjahres-Ferrari-Motor konnte man zudem keinen Blumentopf gewinnen.

Bevor Wehrlein bei Sauber landete, hatte er die Chance auf einen Platz im Team von Force India. Das Vorhaben scheiterte, die Mannschaft kam mit dem Deutschen nicht klar, im Nachhinein sprach man von einem „Vorfall im zwischenmenschlichen Bereich“.

Ende der 2017er Saison steht jetzt die Formel 1-Karriere von Pascal Wehrlein vor dem Aus. Die meisten Türen sind zu, bei Sauber ersetzt man ihn durch den Formel 2-Überflieger Charles Leclerc. Die Chancen, Wehrlein nochmal in der Königsklasse zu sehen, sind minimal, 2017 war sicher nicht sein Jahr.

Platz 1 - Jolyon Palmer – Formel 1

Während man von Pascal Wehrlein wenigstens noch spricht, hat man die Nr. 1 unserer Flop 5 irgendwie schon ganz vergessen.

Jolyon Palmer absolvierte beim Großen Preis von Japan bereits seinen letzten Formel 1 Grand Prix - in dieser Saison und wohl auch für immer. Der 26-jährige Engländer wurde danach von Carlos Sainz Jr im Werksteam von Renault ersetzt und musste sich sang- und klanglos aus der Königsklasse verabschieden.

Palmer gab sein Formel 1-Debüt zu Anfang der Saison 2016, ebenfalls in Renault-Diensten. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Bolide der Franzosen zum Hinterherfahren verdammt, so dass man die Leistungsfähigkeit des Briten nicht wirklich beurteilen konnte.

Doch mit dem neuen Wagen machte man 2017 einen Sprung nach vorne, einzig Palmer blieb meist hintern. Gegen seinen neuen Teamkollegen Nico Hülkenberg hatte er nicht den Hauch einer Chance, einzig beim Großen Preis von Singapur erreicht er mit Rang 6 WM-Zähler. Es sollten die einzigen in dieser Saison gewesen sein. Palmers Leistung war durch die Bank zu schwach und Welten entfernt von Teamkollege Hülkenberg. Das Aus kam mit Ansage, die Leistung seines Ersatzmanns zeigt, was mit dem Auto möglich gewesen wäre.

Sein Vater und Ex-F1-Fahrer Jonathan Palmer ebnete dem Filius den Weg in die Königsklasse, den dieser nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Formel 2 (damals GP2) schaffte. Allerdings war Palmer hier auch von 2011-2014 unterwegs, im letzten Jahr holte er hier erst den Titel. Das Abenteuer Formel 1 brachte für Jolyon Palmer keine Erfolgserlebnisse, 2017 war für ihn ein Jahr des Hinterherfahrens.