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Fabian Kreim - Deutscher Rallyemeister im Fokus

+++ Der Odenwälder feierte 2017 seinen zweiten Titel in Folge +++

Die Weltelite des Rallyesports hat in der obersten Liga in diesem Jahr eine besondere Saison abgeliefert. Mit den in diesem Jahr neuen Boliden, die weitaus bulliger daherkommen und deutlich stärker sind, wurde in der Rallye-Weltmeisterschaft einiges an Überraschungen geboten.

Ein deutscher Pilot jedoch fehlt in der Top-Liga des Rallyesports, wenngleich Talent dazu genug vorhanden ist. Vor allem einer ist es, der in den letzten beiden Jahren der Deutsche Rallye Meisterschaft seinen Stempel aufdrücken konnte.

Fabian Kreim, 25 Jahre jung, aus dem Odenwald, krönte sich beim letzten Event der nationalen Meisterschaft, der 3-Städte-Rallye, zum Meister des Jahres 2017. Damit konnte er seinen zweiten Titel in Folge nach 2016 einfahren. Was der Youngster für eine Fahrzeugkontrolle am Steuer seines Skoda Fabia Rallyeboliden hat, zeigt sich am besten onboard:

Das Ziel: Rallye-Weltmeister

Kreim begann seine motorsportliche Laufbahn wie so viele im Kartsport. Von 2006 bis 2013 war er hier aktiv und konnte einige Erfolge verbuchen. Dann verschlug es ihn allerdings in den Rallyesport, anders wie viele seiner jungen Fahrerkollegen, die eher den Weg auf die Rundstrecke suchen.

Der Opel Rallye Cup ist eine erste Station für den Nachwuchs in Sachen Rallye-Sport. Gleich im ersten Jahr stellte sich heraus, dass die Kombination Rallye-Bolide und Kreim zusammenpasste. Mit seinem ersten Sieg wurde er Gesamtdritter im Cup, dazu Vizemeister im ADAC Opel Rallye Junior Cup.

Es folgte ein schneller Aufstieg an die nationale Rallye-Spitze. Der Aufnahme ins Opel Rally Junior Team folgte im Jahr 2014 bereits der 8. Gesamtrang in der Deutschen Rallye Meisterschaft. 2015 schaffte es Kreim dann in das Cockpit eines Skoda Fabia. Der Bolide ist nach internationalem R5-Reglement aufgebaut, das entspricht sozusagen der zweiten Liga nach den schnellen WRC-Boliden.

Bei der Rallye Stemweder Berg ließ Kreim dann erstmals im neuen Gefährt nichts anbrennen und feierte seinen Debüterfolg mit dem Skoda. Es sollte der erste von vielen sein, die seitdem gefolgt sind. Der Vizemeisterschaft 2015 folgten 2016 und 2017 zwei Meisterschaften, national gibt es für Kreim nun nichts mehr zu gewinnen.

Zwar ist die internationale Konkurrenz deutlich größer als in der DRM, doch auch hier konnte das Talent aus dem Odenwald schon hier und da ein Ausrufezeichen setzen, wenn er denn die Chance dazu bekam. Beim deutschen WM-Lauf im Saarland war Kreim auch in diesem Jahr mit von der Partie. Obwohl er im Hinterfeld starten musste, konnte er hier mit starken Zeiten beeindrucken.

Kreim lag mit seinem erfahrenen Co-Piloten bereits auf dem 15. Gesamtrang - inklusive der stärkeren WRC-Boliden – als ihm ein Reh von seinen Wagen sprang und das WM-Gastspiel jäh beendete. Als Ziel hat der junge Deutsche aber natürlich den Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft vor Augen, sein Vorbild ist Rallye-Rekordchampion Sébastien Loeb.

Schwere Zeiten für deutschen Rallye-Nachwuchs

Dafür reicht allerdings Leistung alleine kaum aus. Der Rallyesport fristet gegenüber der Rundstrecke einfach ein Schattendasein, was es ungleich schwieriger macht, hier international an die Spitze zu gelangen.

Sportlich ist der Weg nun eigentlich klar, doch bis es in den Kreis der Weltelite geht, ist der Weg noch lang und beschwerlich. Fabian Kreim wird von Skoda Auto Deutschland unterstützt, aber selbst der gut aufgestellte deutsche Skoda-Importeur kann alleine kein WM-Abenteuer schultern.

Daher hat man sich nun erstmal entschieden, den deutschen Meister in der Rallye-Europameisterschaft an den Start zu bringen. Das Ziel ist hier der Gewinn der U28-Wertung für junge Piloten. „Nachdem wir als Gejagte unseren Titel in der DRM im Oktober erfolgreich verteidigt haben, freuen wir uns riesig auf die neue Herausforderung in der EM“, so Rallye-Ass Kreim.

Deutschland liegt leider nicht im Fokus der internationalen Rallye-Szene, aber vielleicht ist die Europameisterschaft genau das, was den jungen Odenwälder in seiner Karriere weiter nach vorne bringt. An Talent mangelt es dem deutschen Meister dabei sicherlich nicht.

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