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Helden der Formel 1 – Emerson Fittipaldi

+++ Der zweifache Weltmeister war bis in den Herbst seiner Karriere einer der Besten seines Fachs +++

Emerson Fittipaldi gehört zweifelsfrei zu den Rennlegenden des Motorsports. Im Dezember wird der sympathische Brasilianer 71 Jahre alt. Neben zwei WM-Titeln in der Königsklasse erlebte Fittipaldi aber auch Tiefen in seiner langen aktiven Laufbahn.

Schwieriger Formel 1-Einstieg trotz Erfolgen

Nachdem sich der junge Fittipaldi in der Formel 3 einen Namen gemacht hatte und die britische Meisterschaft im Jahr 1969 gewann, wurde er als dritter Mann in den Traditionsrennstall von Lotus für die Formel 1 berufen.

Bereits bei seinem zweiten Grand Prix fuhr er in einem älteren Lotus-Boliden einen 4. Platz heraus. In Monza sollte er beim Großen Preis von Italien dann einen neuen Lotus 72 bekommen, doch an diesem Wochenende bekam er direkt die Tragik der damaligen Zeit zu spüren. Der WM-Favorit und Teamleader bei Lotus, Jochen Rindt aus Österreich, verunglückte im Qualifying zum Grand Prix tödlich – die Mannschaft von Lotus zog danach alle Autos vom Start zurück.

Keine einfache Situation für den 24-jährigen Newcomer, für den Rindt ein Idol war. Der Österreicher saß mit dem jungen Brasilianer an diesem Tag noch beim Frühstück und lud den Youngster ein, in der nächsten Saison in seinem Formel-2-Team zu fahren. Nur wenige Stunden später war Rindt tot.

Fittipaldi rutschte so ungewollt in die Rolle des führenden Fahrers im Team und im amerikanischen Watkins Glen schaffte er das Unglaubliche. Er gewann seinen ersten Formel 1 Grand Prix bei seinem vierten Start in der Königsklasse. Der Brasilianer gab zwar zu, dass er dafür viel Glück benötigt hatte, doch seine fehlerfreie Fahrt sprach für sich.

Jüngster Weltmeister 1972

Fittipaldi war nun bei Lotus mehr als gesetzt und setzte seinen Weg an die Spitze weiter fort. 1972 gewann er fünf Grand Prix und wurde zum damaligen Zeitpunkt jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

Dieser Rekord hielt bis in die Neuzeit der Formel 1. Mit erst 25 Jahren erreichte lange niemand dieses Ziel, es dauerte bis ins Jahr 2005, als Fernando Alonso diese Marke unterbot, bevor Lewis Hamilton und Sebastian Vettel noch etwas jünger waren bei ihrem ersten Titelgewinn. Doch zur damaligen Zeit war diese Leistung schon mehr als bemerkenswert.

Gute und schlechte Entscheidungen

Nachdem sich „Emmo“, so sein Spitzname, 1973 mit dem Vizetitel hinter Jackie Stewart zufriedengeben musste, wechselte er zu McLaren. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, da er 1974 seine zweite Weltmeisterschaft gewann. Ein Jahr später musste er sich nur Niki Lauda im Ferrari geschlagen geben.

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War die Entscheidung für McLaren noch gut, folgte dann mit der nächsten der sportliche Abstieg. Überraschend gab Fittipaldi seinen Abschied vom britischen Rennstall bekannt, um im eigenen Familien-Team zu fahren. Sein Bruder Wilson und er hatten sich dazu entschlossen, ein eigenes Team auf die Beine zu stellen. Doch im von der Firma Copersucar unterstützten Boliden kam der Karriereknick in der Formel 1. Mehr als ein zweiter Platz im Jahr 1978 war für Fittipaldi nicht drin. Es blieb das Highlight seiner Zeit als Fahrer im eigenen Team.

Zwischen 1976 und 1980 war Fittipaldi zwar noch Teil des Formel 1-Feldes, eine große Rolle konnte er hier allerdings nicht mehr spielen. Seinen Rücktritt als aktiver Formel 1-Pilot erfolgte 1980, nachdem er im Oktober seinen letzten Grand Prix bestritten hatte. Er wechselte ins Management der eigenen Mannschaft, ohne hier von der anderen Seite der Boxenmauer Erfolge erzielen zu können. Ende 1982 endete dann schließlich das Unterfangen Copersucar-Fittipaldi endgültig.

Zweite Karriere in den USA

In der amerikanischen IndyCar-Serie nahm Fittipaldi dann nach kurzer Auszeit nochmal einen Anlauf. Der Brasilianer fuhr hier ab der Saison 1984 bis ins Jahr 1996 hinein an der Spitze mit. Emmo gewann im Jahr 1989 die Meisterschaft. Im selben Jahr gewann er auch die legendären 500 Meilen von Indianapolis, einen Erfolg, den er 1993 nochmals wiederholen konnte.

In seiner letzten Saison musste er noch einen schweren Feuerunfall verkraften, zudem erlitt er mit seinem privaten Flugzeug einen Absturz, der aber glimpflich für ihn endete. Seine Karriere als aktiver Rennfahrer war nun endgültig beendet, mit 50 Jahren aber deutlich später als bei den meisten Piloten.

Der sympathische Brasilianer ist auch heute noch ein gern gesehener Gast im Motorsport, zwei WM-Titel in der Formel 1 stellen sicher nicht sein großes Potential dar, Emerson Fittipaldi gehört zu den besten Piloten, die die Königsklasse je hervorgebracht hat.