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Helden der Formel 1 – Jacky Ickx

Der Belgier gehört auch ohne WM-Titel zu den Größten des Motorsports

Er ist einer der besten Allrounder im Motorsport, den es je gegeben hat. Die Rede ist von Jacques Bernard „Jacky“ Ickx. Der mittlerweile 73-Jährige hat eine illustre Karriere mit Schattenseite hinter sich und obwohl er keine Fahrerweltmeisterschaft in der Formel 1 für sich entscheiden konnte, gehörte er zweifelsohne zu den besten Piloten seiner Zeit. Vor allem in Le Mans ist er eine Legende.

Rennstart auf zwei Rädern

Nicht jeder Plan wird in die Tat umgesetzt und bei Jacky Ickx war das auch gut so. Der Belgier hatte in ganz jungen Jahren zunächst wenig Ambitionen, in den Rennsport einzusteigen. Als frühen Berufswunsch konnte er sich noch vorstellen, Gärtner zu werden. Doch als Sohn eines Motorjournalisten war das Thema Rennsport stets präsent. So wagte sich Ickx dann doch noch in den Motorsport, zunächst allerdings bei Motorradrennen. Schon hier war sein Talent ersichtlich, denn mit gerade einmal 18 Jahren gewann er 1963 die belgische Trial-Meisterschaft. Und es sollte danach nicht besonders lange dauern, bis sein Name im Formel 1-Starterfeld auftauchte.

Wolf Williams FW05 Ford Cosworth
Jacky Ickx vor dem Monaco Grand Prix 1976.

Erfolgreicher Wechsel auf vier Räder

1966 war es für Ickx an der Zeit, vom Motorrad in den Automobilsport zu wechseln. Der mit einem außergewöhnlichen Talent ausgestattete Belgier startete auch hier sofort durch. Erste Erfolge folgten auf der Langstrecke, gemeinsam mit dem deutschen Hubert Hahne gewann er prompt das 24 Stunden Rennen im heimischen Spa-Francorchamps.

Dabei hatte seine Automobilkarriere gerade erst begonnen. Langstreckenrennen sollten auch im weiteren Verlauf seiner Karriere weiterhin eine große Rolle spielen. Doch zunächst stand die Formel 2 auf dem Programm, die 1967 ihre erste Saison austrug.

Ickx gewann die Meisterschaft mit zwei Rennsiegen und duellierte sich hier bereits mit den Formel 1-Größen Jackie Stewart, Jim Clark und Jochen Rindt, die aber für die Meisterschaft nicht punkteberechtigt waren. Doch auf Anhieb und nur wenige Zeit nach seinem Einstieg in den Automobilsport klopfte Jacky Ickx bereits an die Tür zur Formel 1.

Formel 1: Im Eiltempo in die Königsklasse

Bevor er in der Formel 2 an den Start ging, durfte der talentierte Belgier schon 1966 erstmals Grand-Prix-Luft schnuppern. Mit einem Formel 2-Boliden nahm er am Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring teil, das gleiche tat er in der Folgesaison für das Team des Briten Ken Tyrrell.

Auf das Riesentalent war man mittlerweile längst aufmerksam geworden, sodass Ickx Ende des Jahres noch in Italien und den USA am Start war, mit einem Cooper-Maserati konnte er in Monza dabei als 6. schon seinen ersten WM-Zähler einfahren.

Hier war augenscheinlich einer am Werk, der sein Handwerk verstand. Das dachte sich auch Ferrari und nahm Jacky Ickx für die Saison 1968 unter Vertrag.

Beim Grand Prix von Frankreich war es dann auch soweit und der Belgier feierte seinen ersten Sieg in der Königsklasse, dieser gelang ihm unter äußerst schwierigen Bedingungen bei starken Regenfällen. Am Ende seines ersten Ferrari-Jahres stand der vierte WM-Rang für ihn zu Buche, obwohl er aufgrund eines Unfalls, bei dem er sich das linke Bein brach, nicht an allen Rennen teilnehmen konnte.

Schon für das Folgejahr verabschiedete sich Ickx zunächst in Richtung des britischen Rennstalls von Brabham, wo er mit zwei weiteren Siegen am Ende des Jahres Vizeweltmeister wurde. Lange blieb er aber nicht im Team und schon 1970 trat er wieder für die Truppe der Scuderia Ferrari an. Mit drei Siegen musste er sich abermals mit dem Vizetitel begnügen.

Für die Saison 1971 galt Ickx als Favorit, doch der WM-Titel ging nach vielen Ausfällen des italienischen Boliden an Jackie Stewart. Danach waren die großen Chancen auf eine Weltmeisterschaft für den das Risiko liebenden Ickx vorbei. 1972 erreichte er im Ferrari wie in der Vorsaison abermals den vierten Rang, danach war der Ferrari nicht mehr konkurrenzfähig.

>>>Helden der Formel 1 - Jackie Stewart<<<

Formel 1
Jacky Ickx im Scuderia Ferrari beim British Grand Prix am 14. Juli 1973.

1974 wechselte er zum Traditionsrennstall von Lotus, erwischte allerdings auch hier einen denkbar schlechten Zeitpunkt, denn die Mannschaft war auf dem absteigenden Ast und konnte mit dem eigenen Boliden nicht an die konkurrenzfähigen Modelle früherer Jahre heranreichen. Bis auf wenige Ausnahmen verschwand Ickx so langsam von den vorderen Rängen der Formel 1. Nach seiner Zeit bei Lotus trat er bis in das Jahr 1979 noch bei einigen anderen Teams an und beendete seine Karriere im französischen Team von Ligier.

So ungebremst Jacky Ickx den Weg auf die oberste Stufe des Siegerpodests in der Formel 1 geschafft hatte, so schnell waren aber auch seine WM-Ambitionen ausgeträumt.

Held von Le Mans

Was ihm in der Formel 1 nicht gelang, funktionierte dagegen im Sportwagen umso besser. Sechs Siege beim Langstreckenklassiker schaffte der Belgier zwischen 1969 und 1982, dazu gewann er zweimal die Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Dabei schrieb Jacky Ickx gleich bei seinem ersten Triumph in Le Mans-Geschichte. 1969 gab es noch das klassische Startprozedere, wo nach der Startfreigabe die Fahrer zu ihren Wagen rannten, hineinsprangen und losfuhren. Meistens fuhr man dann schon los, bevor man Helm und die Sicherheitsgurte angelegt hatte. Aus Protest gegen diesen Ablauf ging Ickx gemächlich zu seinem Einsatzfahrzeug, einem Ford GT40 und ging als Allerletzter auf die Reise.

Doch seine Aufholjagd sollte im Laufe der 24 Stunden Früchte tragen. Das Team rund um Ickx gewann die Hatz zweimal rund um die Uhr mit lediglich ein paar wenigen Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz aus dem Hause Porsche. Sein Protest gegen den Startablauf zeigte ebenfalls Wirkung und ab dem Folgejahr war das bisher durchgeführte Prozedere Geschichte.

Jacky Ickx war ein absolutes Jahrhunderttalent im Sportwagen, zu seinen zahlreichen Erfolgen in Europa gesellte sich auch noch ein Titel in der amerikanischen CanAm-Meisterschaft, dazu gewann er 1983 die legendäre Dakar-Rallye.

Jackie Ickx
LeMans Sieg 1977 mit Porsche

Tragisches Ende: Jacky Ickx und Stefan Bellof kollidieren in Spa

Das Ende seiner Sportwagenzeit kam 1985 und es war ein tragisches. Am 1. September 1985 kollidierten Jacky Ickx und Stefan Bellof beim 1000-km-Rennen in Spa. Für das deutsche Talent endete dieser heftige Zusammenstoß tödlich. Bellof hatte versuchte, seinen Kontrahenten in der berüchtigten Senke Eau Rouge zu überholen. Ungebremst krachte Bellofs Porsche 956 ungebremst frontal gegen einen Betonpfeiler. Auch der Wagen von Ickx hatte sich gedreht und war an der Leitplanke zum Stehen gekommen. Doch konnte sich der Belgier selbst befreien und kam mit einer Halsverletzung davon.

>>>Zeitreise - Stefan Bellof - Das tragische Ende einer Formel 1-Hoffnung<<<

Am Ende dieser Saison verabschiedete sich der Belgier vom aktiven Rennsport, auch wenn er in den Jahren danach mehrfach noch bei der Rallye Dakar an den Start ging.

Jacky Ickx war in seiner Formel 1-Karriere oft nicht zu richtigen Zeit am richtigen Ort, doch zweifelsfrei gehört er zu den ganz großen Piloten der letzten Jahrzehnte.

Heute Herrenmode: Kollektion für sportliche Männer

Heute ist der Name Jacky Ickx vielen jedoch nicht nur von der Piste bekannt, sondern auch aus der Fashion-Welt. Tatsächlich hat sich der stilvolle Belgier mit Herrenmode einen Namen gemacht. Mit seiner Kollektion Jacky Ickx trifft er den Geschmack gut gekleideter Männer außerhalb des Rennanzugs. Sein Style? Ganz klar: sportlich-elegant.