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Helden der Formel 1 – Niki Lauda

+++ Der Österreicher prägte die Königsklasse jahrelang +++

Es gibt wenige Fahrer, die die Formel 1 so prägten wie Niki Lauda. Selbst heute noch ist der mittlerweile 68-jährige am Kommandostand von Mercedes nicht wegzudenken und polarisiert noch heute mit seinen Aussagen.

Mut, Entschlossenheit und ein eiserner Wille zeichnen den Österreicher aus, der sich zu Beginn seiner Karriere auch gegen die eigene Familie durchsetzen musste.

Gegen den Willen der Familie in den Motorsport

Sein Großvater sah ihn in der Industrie, aber sicher nicht als Rennfahrer. So ließ dieser einen Sponsorendeal mit einer österreichischen Bank platzen, der für seinen Formel 1-Einstieg im Jahr 1971 gedacht war. Daraufhin setze Lauda mit einem eigenen aufgenommenen Kredit alles auf eine Karte, er wollte es unbedingt in die Königsklasse schaffen.

Dabei war seine Rennfahrerkarriere bis dahin alles andere als lang. Im Alter von 19 Jahren bestritt er erst sein Debüt. Rang 2 war sein erstes Resultat bei einem Bergrennen im April 1968, es folgte der Einstieg in die Formel V, bevor es 1970 direkt in die Formel 3 ging.

Hier fühlte er sich nicht besonders wohl im draufgängerischen Feld der Nachwuchspiloten und wechselte danach zügig in die Formel 2. Zudem bestritt er das ein oder andere Sport- und Tourenwagenrennen, um sein Budget für das große Ziel aufzustocken.

Laudas Weg nach oben ging schnell, doch der Österreicher musste nicht nur auf der sportlichen Seite überzeugen, sondern auch seinen Einstieg in die Formel 1 finanziell stemmen, damals ein regelrechtes Vabanquespiel.

Sein Debüt gab er bereits 1971 – beim Grand Prix in der Königsklasse im heimischen Österreich fiel Lauda allerdings aus. Was folgte war 1972 ein Debütjahr im unterlegenen March, für Lauda hieß es hier hinterherfahren. Das war sicher nicht das, was der ehrgeizige gebürtige Wiener sich vorgestellt hatte.

Monaco 1983

Im Folgejahr konnte er ein erstes Ausrufezeichen setzen und eine Aufwärtsspirale setzte sich in Gang-. Mit Rang 3 im BRM-Boliden beim Klassiker in Monaco tauchte er mit Nachdruck in den Notizbüchern der Teamchefs auf. Enzo Ferrari war es schließlich, der den jungen Österreicher zu Ferrari nach Maranello holte. Eigentlich hatte Lauda einen Zweijahresvertrag bei BRM frisch unterschrieben, doch das wurde hinter den Kulissen geregelt, so dass er Ende 1973 erstmals im roten Rennen Platz nehmen konnte.

Lauda ging mit dem damals schwierigen Boliden hart ins Gericht und nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Fahrverhalten der roten Diva ging. Lauda behielt in Sachen Technik Recht und brachte das Team entscheidend voran. Zwei Siege und WM-Rang 4 folgten im ersten Ferrari-Jahr, der Rest ist Geschichte.

Ferrari – Triumphe und Tragödien

Zwei Weltmeistertitel nahm Lauda aus seiner Zeit bei den Roten mit. 1975 und 1977 krönte er sich zum Champion, doch vor allem das Jahr 1976 ist bis heute allen Formel 1-Fans ein Begriff. Das Duell mit James Hunt um den Titel bis zum seinem fürchterlichen Feuerunfall auf der Nürburgring Nordschleife sind hinreichend bekannt. Laudas unheimlicher Kampfeswille zeigte sich damals, als er bereits kurze Zeit nach dem tragischen Unfall, bei dem er von Glück reden konnte, diesen überlebt zu haben, in Monza an den Start ging.

Gekennzeichnet von den Brandverletzungen und immer noch mit starken Schmerzen unterwegs, wurde er sensationell Vierter beim Großen Preis von Italien. Beim letzten Rennen des Jahres unter starken Regenfällen verlor er den Titel an James Hunt, da er seinen Boliden aus Sicherheitsgründen an der Box abstellte.

Langer Anlauf zum dritten Titel – Rücktritt vom Rücktritt

Nach Differenzen mit Enzo Ferrari verließ Lauda Ende 1977 den Traditionsrennstall in Richtung Brabham. Zwei Grand Prix-Siege konnte er im Folgejahr einfahren, bevor er jedoch 1979 während des Trainings zum Großen Preis von Kanada seinen Rücktritt bekanntgab. Die Motivation fehlte ihm zu diesem Zeitpunkt, von da an widmete er sich dem Aufbau seiner eigenen Fluglinie.

Doch zur Saison 1982 entschloss sich Lauda für eine Rückkehr in die Formel 1, diesmal für einen anderen Traditionsrennstall. Bei McLaren kämpfte er sich in gewohnter Manier zurück an die Spitze. 1984 schließlich konnte er seine Karriere mit einem dritten WM-Titel krönen.

Dabei ging dieses Jahr als knappste Entscheidung um die Weltmeisterschaft aller Zeiten in die Geschichte ein. Lauda setzte früh im Jahr darauf, seinen Boliden für die Rennen abzustimmen. Nur so konnte er sich gegen den aufstrebenden Alain Prost behaupten. Am Ende schlug er den Franzosen um gerade einmal einen halben Punkt.

1985 war schließlich das letzte aktive Jahr von einem der großen Rennfahrer, die die Formel 1 hervorgebracht hat. In Zandvoort feierte Lauda im Herbst seiner Laufbahn seinen letzten Grand Prix-Erfolg, bevor er sich zum Saisonende aus dem Cockpit verabschiedete. Niki Lauda hat die Historie der Formel 1 maßgeblich geprägt.