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Jonas Folger – Deutscher Hoffnungsträger in der MotoGP

Der Deutsche setzt in der Motorrad-Weltmeisterschaft erste Ausrufezeichen

Während man im Automobilsport immer wieder vielen Talenten beim Weg nach oben zuschauen kann, sieht das im Motorradsport hier zu Lande leider etwas anders aus. In der obersten Klasse, der MotoGP, tummeln sich vor allem Italiener und Spanier an der Spitze des Feldes.

Deutschland wartet schon lange wieder auf Einen, der auf den schnellen zwei Rädern den Durchbruch an die Weltspitze schaffen kann. Jonas Folger heißt die deutsche Hoffnung. Der Oberbayer konnte dabei in dieser Saison schon ein Ausrufezeichen setzen, passenderweise beim Deutschland-Gastspiel der MotoGP auf dem Sachsenring.

Ausnahmetalent Folger

Schon lange gilt Folger als Ausnahmetalent, der schon im Teenager-Alter in die MotoGP-Akademie und Nachwuchsschmiede des ehemaligen Piloten Alberto Puig ins spanische Valencia wechselte. In den Jahren 2003 – 2005 gewann er den Titel des Deutschen Meister im ADAC Mini Bike Cup, bevor er 2006 mit gerade einmal 13 Jahren in der spanischen Meisterschaft an den Start ging. Rang Drei im Debütjahr bewies auch hier sein Talent.

Als er im Folgejahr in der 125er Kubik-Klasse der IDM, der Internationalen Deutschen Meisterschaft, sein erstes Rennen gewann, war er der jüngste, der dies jemals schaffte. Doch auch die Karriere eines Riesentalents läuft nicht immer am Schnürchen.

Im Sommer 2008 mit gerade einmal 15 Jahren debütierte er in der 125 ccm³-Klasse der Motorradweltmeisterschaft – er war damit der jüngste Teilnehmer im WM-Zirkus in der. Allerdings wurde sein Weg nach oben hier deutlich holpriger. Er blieb bis Ende der Saison 2013 in der kleinsten WM-Klasse, die am Ende als Moto3-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde.

Zwei Siege konnte er erreichen, viele Experten hatten mit viel mehr gerechnet. Doch Verletzungen und Probleme mit dem Material taten das Übrige und so fand auch Folger nicht immer zu seiner Form. In die Moto2-Klasse stieg er 2014 auf, in drei Jahren schaffte er hier insgesamt drei Grand—Prix-Erfolge. In diesem Jahr ist er nun in der obersten Klasse, der MotoGP, angekommen – Folger fährt beim Tech3-Kundenteam. Normalerweise muss er sich mit seiner Yamaha hinter den drei Werksteams von Honda, Yamaha und Ducati anstellen, doch in seinem Debütjahr in der stärksten Klasse lässt Jonas Folger die deutschen Fans wieder hoffen.

Große Show auf dem Sachsenring – Führungskilometer beim Grand Prix von Deutschland

Als es zum Auftritt auf dem Sachsenring ging, da zeigte sich ein Jonas Folger, wie man ihn schon länger nicht mehr gesehen hatte. Der Oberbayer forderte Superstar Marc Marquez heraus, lag zeitweise sogar in Führung. Am Ende ließen ihm seine Reifen aber doch etwas im Stich, so dass er den Spanier ziehen lassen musste, aber einen sensationellen zweiten Rang herausfahren konnte.

Seine bisherige Leistung in seinem Debütjahr brachte ihm die vorzeitige Vertragsverlängerung in der Königsklasse im Motorradsport. Beim Großen Preis von Deutschland wusste er die Zuschauer zu begeistern, so dass es im sächsischen Hohenstein-Ernstthal in diesem Jahr wieder einmal richtig laut wurde. Folger hat gezeigt, dass er nicht zu Unrecht die deutsche Hoffnung schlechthin ist. Er weiß, dass der Weg nach oben aber noch steinig genug wird.

Zunächst muss er sich teamintern gegen den Franzosen Johann Zarco durchsetzen, der schon auf zwei WM-Titel in den unteren Klassen zurückblicken kann. Das Ziel für den Oberbayern ist natürlich der Sitz auf einer Werksmaschine. Irgendwann wird schließlich auch Superstar Valentino Rossi den Helm an den Nagel hängen.

Folger muss sich aber zunächst mal darauf konzentrieren, weiter Erfahrung in der MotoGP zu sammeln. Nach dem Sachsenring gab es auch für den 23-Jährigen wieder etwas Ernüchterung in den nächsten Rennen, sein Formtief aus vergangenen Jahren scheint aber überwunden. Jonas Folger bleibt der einzige deutsche Motorrad-Pilot, der es auf absehbare Zeit mit der Weltspitze aufnehmen kann.