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Justin Kunz – Blickrichtung Amerika für Motorsportnachwuchs

19-Jähriger Youngster geht in sein zweites Jahr im NASCAR-Boliden

Die europäische NASCAR-Serie ist sicher ein ungewöhnlicher Karriereweg für den deutschen Nachwuchs in Sachen Motorsport. Für den 19-Jährigen Justin Kunz hat sich der Einstieg letztes Jahr in die Rennserie mit den wuchtigen und rund 400 PS starken V8-Boliden aber gelohnt.

Der Youngster aus dem badischen Appenweier fand schon in frühester Kindheit Interesse an der amerikanischen NASCAR. Die Top-Liga des US-Rennsports hat mehrere regionale Serien, zu diesen gehört seit einigen Jahren auch die EuroNascar. Hier fand Kunz ein Cockpit beim italienischen CAAL Racing-Team, eine Mannschaft, die schon lange im Motorsport aktiv ist.

Debütjahr im NASCAR – Erste Ausrufezeichen

Trotz sehr begrenzter Testzeit und nur wenigen Kilometern im Wagen konnte Justin Kunz bereits im Debütjahr überzeugen. Nach anfänglich vielen technischen Problemen kam der junge Deutsche immer besser in Schwung und konnte in seiner Rookie-Wertung den dritten Gesamtrang erreichen. Eine Belohnung gab es von der Serienverantwortlichen dafür auch - es ging in die USA zur Preisverleihung für die Meister der unterschiedlichen Klassen des NASCAR-Sports.

NASCAR-Euro 2016

Motorsport ist teuer und wenn man keinen Hersteller oder großen Sponsoren im Rücken hat, ist der Weg nach oben beschwerlich und oft auch früh zu Ende. Justin Kunz kann nur durch Leistung überzeugen. Seine Auftritte gegen Saisonende zeigten, welches Potential im Nachwuchspiloten steckt.

Während in anderen Serien die Piloten Runde um Runde testen können, sind die Mittel von Kunz beschränkt. Ein kurzer Test während der Saison, ansonsten gab es nur die Gelegenheit, in den Trainings am Rennwochenende Kilometer zu sammeln. Dazu musste er jede Strecke neu lernen, dabei teilen sich immer zwei Fahrer ein Fahrzeug, so dass das eigene Wohlergehen auch immer direkt mit dem Teamkollegen verbunden ist.

Wechsel zum Meisterteam – der nächste Schritt

Das Ziel von Justin Kunz, selbst einmal ins Renngeschehen in Amerika eingreifen zu können, ist nun einen kleinen Schritt näher gerückt. Für die Anfang April startende Saison in Valencia wechselt Kunz zum Team von PK Carsport. Das Team aus Belgien konnte im letzten Jahr alle Titel abräumen, sowohl in der Meisterschaft, als auch in der Nachwuchswertung. Hier kann Kunz dem amtierenden Champion, Anthony Kumpen, über die Schulter schauen. Der Onkel von Max Verstappen ist der Gradmesser der Rennserie, eine bessere Ausgangslage für das zweite Jahr im V8-Nascar konnte sich der Deutsche kaum wünschen.

Justin Kunz 2017 NWES

Das belgische Team ist in der NASCAR Whelen Euro Series, so die genaue Bezeichnung der Rennserie, die Truppe, die es zu schlagen gilt. Dass man sich hier für den Deutschen entschied, zeigt, welches Vertrauen man in das Können von Kunz hat. Der konnte trotz seine jungen Jahre und begrenzten Erfahrung zu seiner Schnelligkeit immer wieder eine gute Rennübersicht unter Beweis stellen, das ist in den Rennen der EuroNascar enorm wichtig. Häufig geht es hier drunter und drüber und nicht wenige Boliden tragen viele Blessuren davon – hier hat Justin Kunz bereits gezeigt, dass er auch mit Köpfchen unterwegs ist, das können viele seiner direkten Konkurrenten nicht von sich behaupten.

Heimspiel im NASCAR - Hockenheimring 2017

Im zweiten Jahr in der EuroNascar soll es weiter nach vorne gehen, wie weit, das wird sich zeigen. Auch wenn die Testmöglichkeiten in der Saison kaum vorhanden sind, kann Justin Kunz beim Meisterteam einiges lernen und den Blick weiter auf seinen Traum richten.

Für 2017 freut er sich vor allem auf sein erstes Heimspiel, der europäische NASCAR-Ableger gibt am letzten Juli-Wochenende ein Gastspiel auf dem Hockenheimring. Wo sonst die Formel 1 ihre Runden absolviert, wird dann in diesem Jahr Justin Kunz der Lokalmatador mit seinem V8-Chevrolet NASCAR-Boliden sein.

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