Fire

Max Verstappen – Jahrhunderttalent

Überflieger und Draufgänger – der jüngste Formel1-Pilot aller Zeiten

Überall schnell unterwegs und derzeit das Gesprächsthema Nummer 1 in der Formel1. Der Niederländer Max Verstappen, gerade einmal 19 Jahre jung, sorgt in dieser Saison für Aufregung im Fahrerlager der Königsklasse. Das Geschehen rund um das Riesentalent ist mitunter weitaus interessanter als das Duell um die Formel1-Weltmeisterschaft zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Rekorde en masse – Verstappen und die Formel1

Max Verstappen hat trotz seiner erst 2015 begonnenen Laufbahn in der Formel1 schon Rekorde gebrochen. Er ist der jüngste Formel1-Fahrer alle Zeiten,als jüngster Pilot konnte er WM-Zähler einfahren und seit Mai diesen Jahres auch der jüngste Grand Prix-Sieger aller Zeiten.

Es war der 15. Mai auf dem Formel1-Kurs unweit von Barcelona, dem Circuit de Catalunya, als seine große Stunde schlug. Souverän führte er das Feld an und konnte sich seinen allerersten Triumph in der höchsten Motorsportklasse sichern. Verstappen erreichte damit in ganz jungen Jahren einen Erfolg, dem viele andere Piloten ewig hinterherfahren.

Es war der Höhepunkt einer bis dato sehr kurzen Karriere in der Formel 1. 2015 stieg Verstappen als Red Bull Junior bei der Scuderia Torro Rosso in die Königsklasse ein. Zuvor durfte er bereits beim Großen Preis von Japan in Suzuka 2014 im freien Training erstmals in einen F1-Boliden klettern, im Alter von 17 Jahren.

2015 war es dann Zeit, ins aktive Renngeschehen einzugreifen. Das absolvierte der Youngster im Alter von 17 Jahren, 5 Monaten und 16 Tagen beim Saisonstart in Australien. Zwar musste er hier einen Ausfall hinnehmen, ließ aber in seinem Debütjahr viele seiner Kritiker verstummen, die seinen Einstieg als viel zu früh beurteilten.

Seine Unbekümmertheit und vor allem auch seine Überholmanöver begeisterten die Zuschauer und auch den Verantwortlichen hinter der Boxenmauer blieb sein Talent nicht verborgen. Der Red Bull-Zögling verpasste sowohl in Ungarn, als auch in den USA das Podium mit dem vierten Rang nur knapp. Zehnmal fuhr er in die Punkteränge und der schnelle Aufstieg in der Formel1 sollte nun schneller kommen, als man gedacht hatte.

Formel1-Saison 2016 – Erfolg und Kritik

Eigentlich sollte die Laufbahn des jungen Draufgängers im Team von Torro Rosso weitergehen. Nach einem guten Saisonbeginn begann man allerdings bei Red Bull mit dem Stühlerücken und verfrachtete kurzerhand Dani Kvyat ins Team des Niederländers, der seinerseits zum Top Team von Red Bull Racing geholt wurde. Man wollte den Rohdiamant auf keinen Fall verlieren, nachdem hinter den Kulissen bereits vom Ferrari-Interesse gemunkelt wurde.

Wie er dann bei Red Bull Racing einschlug, ist jetzt schon Formel1-Geschichte. Bei seinem ersten Rennen im roten Bullen holte er sich gleich seinen ersten Sieg, ein weiterer Rekord, denn er war hier gerade einmal 18 Jahre und 228 Tage jung. Nicht zu vergessen, setzte er in den Niederlanden eine wahre Formel1-Euphorie in Gang, da er der erste Niederländer ist, der einen Formel1-Grand Prix für sich entscheiden konnte. In Zandvoort konnte man den neuen Nationalhelden dieses Jahr dann auch mal live bewundern, dem Youngster empfing ein großes Publikum, wie wir es hier zu Lande nur aus Schumis Zeiten kennen, wie man im folgenden Video sieht:

Doch an vorderster Front in der Formel1 kann es auch schon einmal eng zugehen, Max Verstappen ist nach seinem Wechsel zu Red Bull auch einer der umstrittensten Piloten geworden. Sein Härte im Zweikamf geht vielen Fahrern zu weit – ihrer Meinung nach verteidigte der Youngster seine Position oft zu hart. Verstappen ist am Limit unterwegs und oft auch darüber. Nach seinem Sieg folgte die Ernüchterung – ein Fahrfehler bedeutet das Aus im Leitplanken-Dschungel von Monaco.

Auf der legendären Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps wechselte er oft seine Linie und brachte damit sogar den sonst so stoischen Finnen Kimi Räikkönen in Rage. Seither wird über seine brutale Gangart auf der Strecke gesprochen. Verstappen polarisiert damit, das steht außer Frage.

Blickt man in die Formel1-Historie waren die Großen des Sports schon immer umstritten. Michael Schumacher oder auch Ayrton Senna sind nur zwei Beispiele, die oft jenseits des Limits unterwegs waren, um sich durchzusetzen. Es ist verfrüht, den jungen Piloten auf eine Stufe mit diesen Fahrern zu stellen, doch die Geschichte zeigt, dass es oft ähnliche Vorfälle zu Beginn anderer ganz Großer gab.

Einfach hat es Max Verstappen nicht, mit Daniel Ricciardo hat er einen der Besten im Feld an seiner Seite, der ebenfalls noch weiter nach oben will. Für Red Bull Racing natürlich gut, doch für den Youngster liegt auch teamintern die Messlatte extrem hoch. Davon wird sich ein Max Verstappen ebenso wenig abhalten lassen, wie von Regeländerungen, die auf sein Fahrverhalten abzielen. "Rang Zwei ist gleichbedeutend mit dem ersten Verlierer" - diese Einstellung scheint der Niederländer verinnerlicht zu haben.

Beim Großen Preis von Mexiko geriet er zuletzt mit Sebastian Vettel aneinander und polarisiert damit weiterhin den Formel1-Zirkus. Wenn sich die Konkurrenz Verstappen nähert, ist diese auf jeden Fall geimpft, dass dies kein leichtes Duell auf der Strecke wird.

Benzin im Blut – Der schnelle Weg nach oben

Für den jungen Verstappen ging es im Eiltempo durch die Rennfahrerkarriere bis in die Formel 1. Dass sein Weg nur in den Motorsport führen konnte, das war klar. Geboren wurde er übrigens im belgischen Hasselt, unweit der Rennstrecke von Zolder und verfügt somit sowohl über die niederländische, als auch die belgische Staatsbürgerschaft.

Vater Jos ist vielen sicherlich noch aus seiner Formel1-Zeit bekannt, vor allem als er 1994 als Teamkollege von Michael Schumacher bei Benetton unterwegs war, allerdings mit Respektabstand auf den Rekordweltmeister. Die Karriere von Jos Verstappen in der Formel1 endete 2003 bei Minardi. Aber auch der Rest der Verwandtschaft war auf vier Räder sportlich unterwegs. Sophie Kumpen, seine Mutter, war ebenfalls im Motorpost aktiv und sein Onkel Anthony Kumpen war jahrelang erfolgreicher GT-Pilot und ist heute der amtierende Meister der europäischen NASCAR-Serie.

Von 2005 bis 2013 war Verstappen Junior im Kart unterwegs. Einige Meisterschaften und Pokale wanderten in dieser Zeit in die Hände von Max. Im abschließenden Kartjahr holte er sich die Weltmeisterschaft und wurde ebenfalls Europameister.

Bevor er direkt in eine der hart umkämpften Formelserien einstieg, bereite er sein Debüt in den USA vor. In der Florida Winter Series gewann er zwei von zwölf Rennen im Formelboliden, der mit rund 190 PS ausgestattet war. Nach dieser kurzen Eingewöhnung in den Formelsport hieß es ab 2014 dann Formel 3 Euroserie.

Max Verstappen im Formel3

Mit dem Team von Van Amersfoort Racing gewann er bald sein erstes Rennen, danach folgten Rennsiege in Spa-Francorchamps und auch auf dem Norisring. 2014 gab es jeweils drei Rennläufe der Nachwuchsserie an einem Wochenende, Max Verstappen brachte hier gleich zweimal das Kunststück fertig, alle 3 zu gewinnen. Zwar musste er sich am Ende des Jahres mit Rang 3 in der Meisterschaft begnügen, doch als mit Abstand Jüngster ist das keine Schande.

Ziel Formel1-Weltmeister

Auf jeden Fall hatte sein Auftreten das Interesse der Großen geweckt, sodass er alsbald Platz im Formel1-Fahrzeug nehmen durfte. Lediglich drei Jahre nach seiner Kartzeit gehört Max Verstappen nun zur absoluten Weltspitze und der Rekord des jüngsten Formel1-Weltmeisters, den will er auf jeden Fall noch holen, bislang gehört dieser Rekord noch Sebastian Vettel, der den Titel erstmals mit 23 Jahren holen konnte. Wenn Max Verstappen in diesem Tempo weitermacht, kann er auch diese Marke unterbieten.

Auch privat geht es bei Max Verstappen übrigens motorsportlich zu, seine Freundin Mikaela Ahlin-Kottulinsky ist aktive Rennfahrerin im Audi TT-Cup. Der Youngster, der mittlerweile in Monaco lebt, sagte vor kurzem „Alles, was ich in meinem Leben tue, hat mit Motorsport zu tun“.