Fire

McLaren – Die Suche nach der Erfolgsspur

Der Traditionsrennstall will zurück nach ganz oben

McLaren ist einer der erfolgreichsten Namen in der Formel 1, unzählige Erfolge konnte das britische Team in der Vergangenheit feiern. Seit 2015 hat man Honda als Motorenpartner zurück in die Königsklasse geholt, doch das Ziel, die Partnerschaft ähnlich zu gestalten wie Ende der 80er Jahre erweist sich weiterhin als problematisch.

McLaren anno 2017 – neuer Wind, doch alte Probleme

McLaren ist so etwas wie ein Formel1-Gigant im Schlaf. Jahrelang dominierte man die Szene mit, doch in den letzten Jahren muss man kleine Brötchen backen. Seit 2015 ist der Honda-Motor die Schwachstelle, für 2017 hofft man auf den deutlichen Sprung nach vorne. Ernüchterung dann allerdings schon beim ersten Test. Ein Schaden am Öltank und danach am Antriebsstrang, zudem scheint die Leistung nicht annähernd auf Mercedes-Niveau zu sein, den Neuanfang für diese Saison hatte man sich bei McLaren anders vorgestellt.

Hinter der Kulissen hat sich viel getan. Ron Dennis musste von Bord gehen, jahrelang hielt er die Zügel in der Hand – meistens auch erfolgreich. Mit der neuen Lackierung erinnert man an den Beginn der Marke mit einem gehörigen Anteil Orange, wie die Boliden in den ersten Jahren des Unternehmens noch unterwegs waren. Passend dazu gab es unter dem neuen McLaren-Geschäftsführer Zak Brown eine Änderung der Fahrzeugbezeichnung.

MCL32 heißt der neue Bolide, bis zum letzten Jahr liefen die Formel 1-Wagen unter der Bezeichnung MP4 – der Name entstand ursprünglich aus den Zeiten des Formel 2-Teams von Ex-Boss Ron Dennis und stand für Marlboro Project 4. Ein neuer Wind mit Blick auf die Tradition weht aber nun im Hause McLaren. Die Briten haben im letzten Jahr und auch 2017 kein schlechtes Auto hingestellt, das Problem ist aber immer noch der Honda-Antrieb. Wie schnell es hier vorwärts geht wird eine entscheidende Rolle spielen, an der Besetzung in den beiden Cockpits sollte es nicht liegen.

Fernando Alono und Stoffel Vandoorne – Erfahrung und Speed

Der 35-Jährige Spanier läuft immer noch seinem dritten WM-Titel hinterher. 2005 und 2006 konnte Fernando Alonso die Weltmeisterschaft für sich entscheiden, damals noch in den Diensten von Renault. Drei Vizetitel bei Ferrari folgten, doch mit McLaren blieb Alonso bislang glücklos. Mit dem Einstieg von Honda kam auch der Spanier 2015 zurück zum Rennstall aus dem britischen Woking. Alonso ist einer der komplettesten Fahrer im Feld und ist immer noch für Siege und Titel gut, die Frage ist, wie viel Geduld er noch aufbringen kann, um ein siegfähiges Auto zu bekommen.

An seiner Seite geht 2017 der Belgier Stoffel Vandoorne an den Start. Der 24-Jährige gab bereits 2016 in Bahrain sein Debüt, als er im unterlegenen McLaren für Alonso einspringen durfte und gleich bei seinem Debüt einen WM-Zähler einfuhr. Vandoorne war in der GP2 unterhalb der Formel 1 überragend und kann Alonso das Leben schwer machen. Die Fahrerpaarung ist eine der stärksten im Feld, entscheidend wird auch hier eher die Leistung des Motors werden.

McLaren-Historie – Formel 1-Schwergewicht

Firmengründer und Rennfahrer Bruce McLaren brachte seinen eigenen Rennstall erstmals 1966 in der Königsklasse an den Start. Neben der Formel 1 traten Boliden von McLaren auch in der CanAm-Serie an. Bei einer Testfahrt in solch einem wuchtigen und PS-gewaltigen Prototyp verunglückte McLaren 1970 in Goodwood tödlich.

Das Team wurde in der Folge von Teddy Mayer geführt, der die nächsten Jahre des Rennstalls prägen sollte. Zur einer Zeit, als das Sponsoring noch in den Kinderschuhen steckte gingen die Fahrzeuge der Engländer als Yardley Team McLaren an den Start. Erste Siege folgten, WM-Titel erreichte man ebenfalls – die Mannschaft von McLaren hatte den Weg an die Spitze geschafft.

Ayrton Senna 1988

Anfang der 80er Jahre übernahm dann Ron Dennis das Ruder und führte die Mannschaft zu zahlreichen Weltmeisterschaften. Vor allem der Name Ayrton Senna steht in enger Verbindung zu diesem Team. Senna feierte seine drei WM-Titel hier, jeweils in der Kombination mit Honda-Power. Davon ist man allerdings 2017 weit entfernt.

Die letzten Grand-Prix-Siege gab es 2012 noch in der Partnerschaft mit Mercedes als Motorenlieferant. Die Durststrecke des Teams hält ihnen schon viel zu lange an. McLaren ist nach Ferrari immer noch das erfolgreichste Team der Formel 1-Historie. 2017 wird man aber weiter auf die Rückkehr in die Erfolgsspur warten müssen, die Konkurrenz ist beim Antrieb einfach noch zu weit voraus. Nach den Testfahrten kriselt es schon wieder gewaltig hinter den Kulissen, neben fehlender Leistung kann man nicht einmal auf die Zuverlässigkeit setzen. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut ein schweres Jahr für McLaren.