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Mercedes-Benz verabschiedet sich aus der DTM

Eine Ära geht zu Ende! Mercedes Benz hat seinen Abschied aus der DTM angekündigt. "Mit dieser neuen Aufstellung wird Mercedes-Benz in Serien an beiden Enden des Motorsportspektrums antreten. Auf der einen Seite die Formel 1, die als Königsklasse des Motorsports für Hightech-Motorsport und Wettbewerb auf höchstem Niveau steht, auf der anderen Seite die Formel E, die den Wandel der Automobilindustrie verkörpert", heißt es in einer Mercedes-Mitteilung. "Die Jahre in der DTM werden immer ein großer Teil unserer Motorsport-Geschichte bleiben", sagte Motorsportchef Toto Wolff, "auch wenn so ein Abschied natürlich schwer fällt, werden wir in dieser und nächster Saison alles dafür tun, uns mit so vielen Titeln wie möglich aus der DTM zu verabschieden." Mercedes hat in bislang 26 Saisons in der Tourenwagen-Serie zehnmal die Fahrer- und 13 Mal die Teamwertung gewonnen und ist damit der erfolgreichste Hersteller in der DTM.

Audi und BMW bedauern Mercedes-Ausstieg

"Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass Mercedes sein Engagement in der DTM nach der Saison 2018 einstellen wird", hieß es in einer ersten Reaktion von BMW. "Diese neue Situation werden wir nun bewerten." Auch bei Audi nahm man die Entscheidung mit Betroffenheit zur Kenntnis. "Wir finden die aktuelle Entwicklung sehr schade. Sollten sich daraus Konsequenzen für die DTM ergeben, werden wir nach Alternativen im internationalen Tourenwagensport suchen", sagte ein Audi-Sprecher. Der Trägerverein der DTM "bedauert den Schritt von Mercedes. Wir müssen die Entscheidung sportlich fair respektieren", teilte die (Internationale Tourenwagen Rennen) mit. "Die DTM ist eine der bedeutendsten Tourenwagen-Serien der Welt. Mercedes hat den Ausstieg mit weitem Vorlauf angekündigt. Damit bleibt der ITR Zeit, die Situation zu analysieren und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft aufzusetzen."

Tourenwagen-Fusion als mögliche Option

Nach dem Mercedes-Ausstieg würden mit Audi und BMW ab 2019 zwar nur noch zwei Marken um den Meisterschaftstitel in der deutschen Tourenwagen-Serie kämpfen. Doch das wäre nicht das erste Mal in der DTM-Geschichte. Als Opel Ende 2005 zurückzog, waren von 2006 bis 2011 ebenfalls nur zwei Hersteller in der DTM unterwegs. Erst 2012 stieg BMW in die deutsche Tourenwagen-Serie ein und konnte mit Bruno Spengler gleich in der Premierensaison die Meisterschaft gewinnen.

Da gleichzeitig mit dem Mercedes-Ausstieg auch eine Einführung von Einheitsmotoren bevorsteht, ist der Einstieg eines asiatischen Herstellers nicht nur möglich, sondern auch sehr wahrscheinlich. Honda, Lexus und Nissan sind in der japanischen Super-GT-Serie unterwegs und diese Fahrzeuge ähneln denen der DTM sehr. Des Weiteren kann durch die Einführung des Class-One-Reglements, wonach die Reglements der Tourenwagenserien in Asien und Amerika und der DTM vereinheitlicht werden sollen und die Fahrzeuge der Hersteller in Serien auf allen drei Kontinenten eingesetzt werden können, ein Einstieg eines asiatischen Herstellers in die DTM schneller denn je gehen.

Nach der Ankündigung des Mercedes-Ausstiegs werden die Gespräche mit interessierten Herstellern in den kommenden Wochen wohl intensiver werden. "Mercedes hat den Ausstieg mit weitem Vorlauf für Ende 2018 angekündigt. Damit bleibt der ITR Zeit, die Situation zu analysieren und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft aufzusetzen", erklärt der ITR-Vorstandsvorsitzende Gerhard Berger. So kann es entweder einen Einstieg eines neuen dritten großen Partners geben oder aber eine Zusammenlegung der DTM und der GT Series zu einer Kontinent-übergreifenden Tourenwagen-Meisterschaft.

Formel E auf dem Vormarsch

"Heute ist ein großartiger Tag, weil wir Mercedes in der Formel-E-Familie begrüßen dürfen", sagte Alejandro Agag, Gründer und Geschäftsführer der Formel E. "Damit wächst die steigende Zahl der Hersteller, die sich an der elektrischen Revolution beteiligen." Auch BMW (ab 2018/19) und Audi (ab 2017/18) steigen in die Formel E ein.