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Mercedes-Formel1 2017 – Zum Erfolg verdammt

Die Silberpfeile werden auch 2017 an Grand-Prix-Siegen gemessen

Das Ziel von Mercedes-Benz in der Formel1-Saison 2017 kann nur heißen: Titelverteidigung. Die Silberpfeile sind in den letzten Jahren zum Klassenprimus geworden und haben nach dem unterm Strich dominanten Jahr 2016 erneut die Weltmeisterschaft im Fokus.

Neues Reglement ab 2017 – Die Luft an der Spitze wird dünner

Die Formel1 wird breiter in diesem Jahr – Aerodynamisch legt die Königsklasse in den Ausmaßen zu, auch die Reifen werden breiter. Was bleibt sind die V6-Hybrid-Turobmotoren und hier ist Mercedes die Nummer 1. Durch den Wegfall des Token-Systems in Sachen Motorentwicklung kann und wird die Konkurrenz zwar hier näher rücken, doch bei der aktuellen Motorentechnologie haben die Silbernen die Nase immer noch vorn, das wird auch 2017 so sein.

Technikchef Paddy Lowe hat die amtierenden Champions allerdings verlassen und ist auf dem Weg zu Williams, das ist personell zwar eine Schwächung, die Truppe ist aber stark genug, dies zu verkraften. Dass der neue Bolide des Mercedes AMG Petronas F1 Team erneut um Siege kämpfen wird, da ist man sich im Formel1-Feld sicher.

Valtteri Bottas

Lewis Hamilton und Neuzugang Valtteri Bottas – Mehr Ruhe im Team

Die größte Änderung und nach dem Formel1-Saisonfinale 2016 das Thema schlechthin in der Königsklasse war der Platz neben Lewis Hamilton. Als Nico Rosberg nach dem Titelgewinn überraschend seinen Rücktritt erklärte, stand man bei Mercedes in Sachen Nachfolger unter Zugzwang. Am Ende entschied man sich für den 27-jährigen Finnen Valtteri Bottas. Der ist in Sachen Top-Cockpit schwer einzuschätzen. Starke Leistungen hat er gezeigt, genügend Erfahrung und Rennübersicht hat er ebenfalls, ob er auf Dauer an Lewis Hamilton herankommt, muss man aber bezweifeln. Bottas wird die Rolle einer klassischen Nummer 2 einnehmen und Hamilton nur gelegentlich ärgern können.

Lewis Hamilton muss seinerseits die Niederlage gegen Nico Rosberg wegstecken – Revanche nicht mehr möglich. Doch drei WM-Titel sprechen für sich. Hamilton ist an guten Tagen unschlagbar und davon hat er viele auf der Rennstrecke. Er mag nicht der kompletteste aller Fahrer sein, mit Sicherheit aber einer der Schnellsten. Wenn er sich auf die Formel1 konzentriert und sich nicht vom Treiben Drumherum zu sehr ablenken lässt, ist er ganz schwer zu bezwingen. Hamilton nimmt in diesem Jahr Anlauf zu seiner vierten Weltmeisterschaft – teamintern wird er es gegen Bottas einfacher haben als mit Rosberg. Das wird in der Mannschaft automatisch für mehr Ruhe sorgen und Hamilton übernimmt damit auch klar die Favoritenrolle.

Lewis Hamilton

Silberpfeile in der Formel1 – von Juan Manuel Fangio bis Michael Schumacher

Mercedes-Benz hat in der obersten Motorsportkategorie eine Historie, die weit zurückreicht. Vor dem zweiten Weltkrieg waren es Namen wie Rudolf Caracciola, Hermann Lang und Manfred von Brauchitsch, die für die Stuttgarter Marke Erfolge feierten. Nach Ende des Krieges kehrte man 1954 und 1955 zurück in die Welt des Rennsports und feierte mit Juan-Manuel Fangio zwei Weltmeistertitel.

Ende 1955 zog man sich allerdings zurück, maßgeblichen Anteil hatte damals auch ein tragischer Unfall bei den 24 Stunden von Le Mans, als über 80 Zuschauer getötet wurden. Die Mythos der „Silberpfeile“ entstand im Übrigen bereits in den 30er Jahren. Als der damalige Bolide das Gewichtslimit leicht überschritt, entschied man sich unter dem legendären Rennleiter Alfred Neubauer dazu, den weißen Lack zu entfernen – silbernes Aluminiumblech kam zum Vorschein, der Rest ist Geschichte.

Nach 1955 hat es lange gedauert, bis der Name Mercedes wieder in der Formel 1 auftauchte. 1993 trat man mit dem Sauber-Team wieder in Erscheinung, als man Motorenbauer Ilmor unterstützte – „concept by Mercedes-Benz“ war damals auf den Wagen der Schweizer zu sehen. Bis 2009 betätigte man sich dann ausschließlich als reiner Motorenhersteller in der Königsklasse, in Zusammenarbeit mit McLaren konnte man auch schon an alte Erfolge anknüpfen.

Doch als reines Werksteam ging man erst ab 2010 wieder an den Start, nachdem man den Rennstall von Ross Brawn übernommen hatte. Drei Jahre lang fuhr man mit dem Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher. Erst mit mäßigem Erfolg, 2012 konnte Rosberg dann immerhin schon den Grand Prix von China gewinnen. Den Weg an die Spitze konnte man 2013 fortsetzen, ehe man seit 2015 das Team ist, was es zu schlagen gilt. Das wird sich auch 2017 nicht ändern.