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Renault - Der Createur d'Automobile im Umbruch

Die Franzosen wollen in der Formel1 wieder an die Spitze

Erst im Dezember 2015 meldete sich Renault ganz offiziell zurück als Team in der Formel 1. Man hatte wieder ausreichend Anteile an der Mannschaft mit Sitz im britischen Enstone erworben, die bis zu diesem Zeitpunkt noch unter der Bezeichnung Lotus in der Königsklasse antrat.

2016 war daher ein reines Übergangsjahr für die französische Traditionsmarke, die der Formel 1 seit einer gefühlten Ewigkeit als Motorenhersteller verbunden war und ist. Kevin Magnussen und Jolyon Palmer konnten allerdings mit dem Renault-Motor R.S.16 keine Bäume ausreißen, insgesamt gab es nur 8 magere WM-Zähler zu verbuchen. Das beste Resultat war ein 7. Rang von Magnussen beim Großen Preis von Russland.

Deutscher Hoffnungsträger - Nico Hülkenberg

Renault hat in der Formel1-Historie einen guten Ruf, daher schielten viele Fahrer auf ein Cockpit für 2017, nachdem man insbesondere vom Dänen Magnussen bei den Franzosen enttäuscht war. Den Zuschlag erhielt am Ende Nico Hülkenberg, der nach vielen Jahren bei Sauber und Force India damit endlich den Weg in ein Team mit Werksunterstützung gefunden hat.

Nico Hülkenberg

Für Hülkenberg eine große Chance, um zu beweisen, dass er ein Team durchaus nach vorne bringen kann. Er selbst sieht die Chancen für 2017 realistisch und hält sich mit großen Ankündigungen bedeckt. So weit vorne, wie 2016 mit Force India sieht er sich und seinen neuen Arbeitgeber nämlich noch nicht.

Auf dem deutschen Le Mans-Sieger ruhen viele Hoffnungen, teamintern sollte er den jungen Briten Jolyon Palmar im Griff haben. Der bot eine solide Debütsaison, ist aber vom Speed her nicht so stark einzuschätzen wie Hülkenberg. Der sieht sich länger bei der Traditionsmarke, die Früchte seiner Arbeit will er hier sicher ernten, auch wenn es so scheint, als müsse er 2017 erstmal kleinere Brötchen backen. Das WM-Punktepolster wird wohl nicht so stark Zuwachs haben wie in den letzten Formel1-Jahren des Emmerichers.

Technik- schafft Renault den Anschluss?

Mit dem neuen Reglement ist die Formel 1 stärker im Umbruch in den letzten Jahren. Als Motorenlieferant musste man viel negative Kritik in Kauf nehmen. Doch 2016 hat man schon ein deutlich besseres Aggregat an seine Kunden geliefert, 2017 plant man hier gar große Neuerungen. Die Rede ist von einer völlig neuen Antriebseinheit für das Werksteam, u.a. mit der zweiten Generation des Energierückgewinnungs-System (ERS). Aber was nutzt der beste Motor, wenn der Bolide nicht auf der Höhe des Geschehens ist. Hier hat Renault den meisten Nachholbedarf, für 2017 kann man die Mannschaft daher noch nicht vorne erwarten.

Interne Querelen bringen Unruhe

Erst vor Kurzem trennte man sich von Teamchef Frederic Vasseur. Das ist vor allem für Hülkenberg schade, der zusammen mit dem Franzosen in den Nachwuchsformelserien Meistertitel einfahren konnte. Die Kombination mit Neu-Geschäftsführer Cyril Abiteboul passt bisher noch nicht. Gute Saisonvorbereitung sieht da anders aus. Zudem wurde die Mannschaft in den letzten Jahren ständig von Wechseln an der Spitze begleitet. Etwas Ruhe würde Renault gut tun.

Alain Prost 1983 im Renault V6 Turbo

Renault – lange Historie in der Formel 1

Seit den späten 70er Jahren gehört Renault werksseitig zur Formel 1. Man revolutionierte die Königsklasse mit der Einführung turbogeladener Motoren, wurde lange belächelt, bis man den ersten Sieg einfahren konnte. Bis Mitte der 80er Jahre kämpfte man an der Spitze mit, ohne jedoch einen WM-Sieg zu erzielen.

Als Werksteam kehrte man danach erst 2002 wieder zurück in die Formel1, in der man aber als Motorenlieferant Sieg um Sieg einfahren konnte. Viele Jahre bei Williams-Renault, auch Michael Schumacher gelang im Benetton-Renault der WM-Titel. Erfolgreichster Renault-Pilot ist aber Fernando Alonso, der am Steuer des Werks-Boliden 2005 und 2006 Weltmeister werden konnte.

Renault wird in der Hierarchie 2017 nicht vorne landen, aber die Franzosen haben bewiesen, dass sie einen langen Atem haben. Die Marke mit der Rhombe wird an die Spitze zurückkehren, 2017 ist aber noch ein Jahr des Übergangs.