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René Rast - DTM-Einstieg mit Bravour

Mit 30 Jahren erstmals in der DTM am Start

Im Alter von dreißig Jahren ist man in den wenigsten Rennserien noch ein Rookie. Ganz anders verhält sich das bei René Rast, der 2017 seine erste volle Saison in der höchsten deutschen Tourenwagenklasse absolviert.

Der gebürtige Mindener konnte schon zahlreiche Titel in seiner Laufbahn einfahren, doch er musste bis zu diesem Jahr warten, ehe ihn Audi in den Fahrerkader für die DTM berief. Hier taten sich in den letzten Jahren schon viele große Namen schwer, die Erwartungen zu erfüllen, aber Rast hat gezeigt, dass er zu den schnellsten Piloten im deutschen Motorsport gehört.

Nach vier Rennwochenenden liegt Rast auf Gesamtrang 5 der Meisterschaft und ist damit Drittbester Fahrer eines Audi RS5 DTM. Dabei reiste er zu den letzten beiden Rennen in Nürnberg auf dem Norisring noch als Tabellenführer an, lediglich ein sehr unglücklicher Rennverlauf brachte ihn um wertvolle Punkte. Der Kontakt an die Gesamtspitze ist aber immer noch vorhanden – Rast hatte diese Chance auch längst verdient.

Frühe Karrierestationen – Erfolg mit Dach

Die motorsportliche Laufbahn von Rast begann 1996 im Kart, nach ersten Erfolgen ging er zunächst weiter den klassischen Weg im Formelsport, doch der Erfolg stellte sich hier nicht ein. Als er aber 2005 erstmals “mit Dach“ unterwegs war, bekam seine Karriere einen enormen Schub.

Im VW Polo Cup holte er die Meisterschaft, in den darauffolgenden Jahren machte er sich im nationalen und internationalen Porsche Cup einen Namen. Weitere Meisterehren folgten, nicht nur einmal stand Rast am Ende des Jahres ganz oben.

Seine besonderen Fähigkeiten im Porsche Cup-Fahrzeug konnte der Mindener 2011 unter Beweis stellen, als sicher das größte Porsche-Rennen alle Zeiten auf der legendären Nürburgring Nordschleife stattfand. 100 Teilnehmer aus 25 Nationen nahmen die schönste und schwierigste Rennstrecke der Welt bei schwierigen und nassen Streckenbedingungen unter die Räder – am Ende war René Rast nicht zu schlagen.

Mit Audi bis nach Le Mans

Nach vielen Porsche-Erfolgen war Rast fortan ein Audi-Mann und das nicht weniger erfolgreich. 2014 die Meisterschaft in der ADAC GT Masters, dazu auch ein erfolgreicher und gefragter Mann auf der Langstrecke. Siege bei den 24 Stunden von Spa und auch auf dem Nürburgring folgten, nebenher noch einen Klassensieg in Daytona – Rast zeigte mehrfach, dass es für ihn noch weiter nach oben gehen sollte.

Audi setzte den schnellen Rast 2015 auf eines der drei Sportprototypen-Fahrzeuge bei den 24 Stunden von Le Mans, er konnte auch hier überzeugen und einer Zukunft bei den hochkarätigen Boliden stand eigentlich nichts im Wege. Doch Audi hatte 2016 keinen Platz im Werksteam und bekanntlich zog man dem Projekt Ende letzten Jahres den Stecker – die große Le Mans-Zukunft blieb Rast damit vorerst verwehrt.

Doch Rast war mittlerweile ein mehr als gefragter Name und fand in den kleineren Le Mans-Prototypen der LMP2-Klasse Unterschlupf. Hier konnte er mehrere Ausrufezeichen setzen, so dass man in Ingolstadt Rast für die Saison 2017 ins DTM-Fahrerfeld holte, nachdem er hier ebenfalls schon bei einem Gastauftritt 2016 glänzen konnte.

Und es dauerte nicht lange, bis der sympathische Rennfahrer ganz oben stand. Bereits bei seinem insgesamt 9. Start in der DTM holte er sich auf dem Hungaroring seinen ersten Sieg – es wird nicht der letzte gewesen sein und so muss man auch in der Meisterschaft mit dem spät berufenen Rookie in diesem Jahr rechnen.