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Senna und Prost – Gemeinsam durch die 24 Stunden

Legendäre Namen in Le Mans

Während die Motorsportwelt noch über das Duell zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel streitet, gibt es in der Geschichte des Sports zwei Namen, die für einen weitaus größeren Zweikampf sprechen. Senna und Prost – das Duell der späten 80er und frühen 90er Jahre in der Formel 1 schlechthin. Magic Senna gegen den Professor – im Laufe der Jahre kam es zu erbitterten Duellen der beiden Weltmeister.

Bei den 24 Stunden von Le Mans tauchten in diesem Jahr genau diese Namen wieder auf. In der Sportprototypen-Klasse LMP2 gingen Bruno Senna, der Neffe des 1994 tödlich verunglückten Ayrton Senna und Nicolas Prost, Sohn des französischen Ex-Formel 1-Weltmeisters gemeinsam an den Start. Eine Fahrerkombination, die man sich in der Vergangenheit nie hätte vorstellen können.

Schnell und überlegt – das perfekte Duo

Allerdings kennen sich beide schon aus zahlreichen Duellen auf der Rennstrecke gut, beispielsweise aus der Formel E. Zwischen beiden gibt es keinerlei böses Blut, man versteht sich gut. Teamchef Calim Bouhadra von Rebellion Racing setzte beide gemeinsam auf ein Auto beim Langstreckenklassiker und konnte sich so der medialen Aufmerksamkeit sicher sein.

Seiner Einschätzung nach ist Senna der etwas schnellere und auch aggressivere Fahrer, während Prost überlegter unterwegs ist. Diese Einschätzung hätte man auch auf die Formel 1-Piloten von damals anwenden können, der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.

Während Porsche und Toyota um den Gesamtsieg kämpften, ging es für Senna und Prost gemeinsam mit dem dritten Mann auf dem Boliden, dem Franzosen Julien Canal, darum, den Klassensieg in der LMP2 einzufahren. Bruno Senna machte seinem berühmten Onkel alle Ehren, als er kurz nach Rennfreigabe die Führung übernahm.

24 Stunden von Le Mans – Pech in Führung liegend

Am Steuer der Startnummer #31 war man zudem in einer ganz besonderen Lackierung unterwegs. Das Team war als Vaillante Rebellion Racing am Start – damit brachte man eine Kultfigur aus der Rennsportszene auf den berühmten Asphalt. Michel Vaillant ist ein fiktiver französischer Rennfahrer – die Zeichentrickfigur ist bekannt aus zahlreichen Comics – somit sorgte nicht nur die Cockpitbesetzung in diesem Jahr für einen Hingucker.

Senna und Prost machten in Le Mans das, was die berühmte Verwandtschaft gewohnt war – das Feld anführen. Aber dass die 24 Stunden von Le Mans ihre eigenen Gesetze haben und man auch einfach eine gehörige Portion Glück braucht, um problemlos über die Runden zu kommen, mussten sie schmerzlich erfahren.

Nach Problemen an der Front des Boliden musste diese gewechselt werden, danach gab es Probleme am Getriebe – bei den Reparaturen ging derart viel Zeit ins Land, dass der Sieg in weite Ferne rückte. Durch die Schwierigkeiten bei den Gesamtsiegaspiranten von Porsche und Toyota lag sogar kurzzeitig der Sieg eines der leistungsschwächeren Fahrzeuge aus der LMP2 in der Luft – in diesem Jahr stand Le Mans kurz vor einer Sensation. Während sich an der Spitze Porsche doch noch zum Gesamtsieg rettete, mussten sich die berühmten Namen am Ende nur mit Platz 15 zufriedengeben.

Senna und Prost – an dem 33-jährigen Brasilianer und dem 35-jährigen Franzosen lag es jedenfalls nicht und vielleicht können ja die beiden Piloten mit den berühmten Namen in der Zukunft noch einen Sieg bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans gemeinsam einfahren. Die Schlagzeilen wären ihnen sicher.