Fire

Scuderia Toro Rosso – Überraschungskandidat

Der italienische Rennstall will 2017 deutlich mehr WM-Zähler sammeln

Das Juniorenteam von Red Bull hat 2017 durchaus das Potential, für Überraschungen zu sorgen. In der Vergangenheit konnten die „kleinen roten Bullen“ immer wieder für gute Ergebnisse sorgen. Vieles spricht dafür, dass es dem Team auch in der kommenden Saison gelingen wird.

Hoffnungsträger Aerodynamik

Das Team hat in den letzten Jahren in Sachen Aerodynamik immer gute Boliden abgeliefert. Man erinnert sich nur an den ersten Grand Prix-Sieg des kleinen Teams in Monza 2008 durch Sebastian Vettel. Das Jahr markierte gewissermaßen einen Höhepunkt in Sachen aerodynamisch hochentwickelter Formel 1-Fahrzeuge.

Dass der Weg in den Ergebnislisten danach rückläufig war, hängt auch mit den Motorenpartnern zusammen. Als Renault 2015 enorme Probleme hatte, machte sich das bemerkbar und als man vergangene Saison von Ferrari auch nur Vorjahresmotoren einsetzte, blieb der Trend bestehen.

Der technische Direktor James Key ist die Schlüsselfigur der Mannschaft aus dem italienischen Faenza. Unter seiner Federführung brachte man immer wieder gute Chassis hervor. Mit der Rückkehr zu Renault sollte man aber in Sachen Vortrieb in diesem Jahr wieder deutlich besser aufgestellt sein, die Franzosen haben schließlich ihre Arbeit mittlerweile getan. Die Erwartungen schraubt er aber zurück, in den beiden letzten Jahren konnte man in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft Rang 7 erreichen, die Zutaten, dass es besser laufen könnte, sind auf jeden Fall vorhanden.

Konstanz in der Fahrerpaarung - Carlos Sainz und Daniil Kvyat

Am Fahrergespann des Vorjahres hält man fest. Carlos Sainz und der Russe Daniil Kvyat werden wieder für den Rennstall antreten. Carlos Sainz konnte sich selbst gegen Supertalent Max Verstappen wacker halten und war damals enttäuscht, dass es nicht er war, der den Platz bei Red Bull erhielt. Dennoch, Sainz Jr., Sohn des Rallye-Champions Carlos Sainz, hat bewiesen, dass er Talent zur Genüge hat. Zwar lief im Vorjahr nicht alles rund, aber der Spanier konnte schon mehr als einmal zeigen, was er drauf hat.

Für seinen Teamkollegen Kvyat wird es ein entscheidendes Jahr. Nachdem Red Bull sich entschloss, ihn aus dem A-Team zurück ins eigene Nachwuchsteam zu schicken, schien die Karriere des 22-Jährigen Russen einen Knick zu bekommen. So konnte er 2016 nicht wirklich positiv in Erscheinung treten. Im Team versteht man sich gut, das liegt aber auch daran, dass Sainz ihn im Griff haben wird – für Kvyat wird 2017 das wichtigste Jahr seiner Formel 1-Laufbahn.

Vom Hinterbänkler zum GrandPrix-Sieger – die Toro Rosso-Geschiche

Ende 2005 wurde das damalige Minardi-Team von Red Bull gekauft und mit Toro Rosso zur Nachwuchsmannschaft innerhalb der Königsklasse umgewandelt. Minardi war seit Mitte der 80er fester Bestandteil der Formel 1 und sicherlich mit die sympathischste Mannschaft, die die Formel 1 je gesehen hat. Meist latent unterfinanziert hielt man sich doch immer über Wasser. Das mit Toro Rosso aus dem Team ein Platz für junge Nachwuchspiloten wurde, passt aber ins Bild. In den letzten Minardi-Jahren sammelten hier etwa Fernando Alonso und auch Mark Webber ihre ersten Grand-Prix Kilometer.

Nachdem das Debütjahr 2006 ein Übergangsjahr war, setzte man bis Ende 2009 auf Chassis von Red Bull – der Weg ging vor allem dank talentiertem Nachwuchs weiter nach oben. Es war Sebastian Vettel, der im regnerischen Monza 2008 das schier unmögliche schaffte und der Truppe den ersten und bis heute einzigen Sieg bei einem Grand Prix schenkte.

Seit 2010 setzt man auf eigene Chassis. Auch wenn der Erfolg von 2008 nicht wiederkehrte, ist man doch ein beständiger Punktelieferant und konnte die letzten drei Jahre als 7. der Herstellerwertung abschließen. Das ist für die Toro Rossos des Jahrgangs 2017 mit dem Boliden, der die Bezeichnung STR12 trägt, auf jeden Fall wieder möglich. Für die ein oder andere Überraschung sollte man die Truppe jedenfalls auf dem Plan haben.