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Vettel gegen Hamilton – Das Duell um die Formel 1-Krone 2017

Zweikampf um die Weltmeisterschaft wird intensiver

In der Formel 1 heißt es nun erstmal Sommerpause. Zeit, damit sich einige Gemüter etwas beruhigen können, denn das Duell zwischen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton hat mittlerweile an Fahrt aufgenommen, nicht nur auf der Strecke, sondern auch abseits davon.

Vor einigen Wochen fand der Titelkampf des Jahres 2017 seinen vorläufigen Höhepunkt beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku. Hamilton verlangsamte nach Vettels Meinung in einer Safety Car-Phase etwas zu extrem, es kam zur Berührung. Daraufhin platze dem Deutschen der Kragen, er zog auf gleiche Höhe und lenkte leicht in den Silberpfeil, so dass es zu einer weiteren Berührung kam:

Vettel kam mit einer Durchfahrtsstrafe glimpflich davon, für den Heppenheimer hätte solch eine Aktion aber noch ganz anders enden können. Mit Hamiltons Einbremsversuch, der sicher auch nicht ganz sauber war, musste Vettel aber rechnen. Stattdessen ist ihm der Kragen geplatzt. Zu sagen hatten die beiden WM-Kontrahenten sich seither nicht viel. Freunde werden beide in dieser Saison nicht mehr, das bleibt in der Königsklasse allerdings nicht aus.

Vettel tat sich letzten Endes mit dem Baku-Vorfall selber einen Bärendienst, ohne diese Aktion wäre der Sieg für Ferrari fast sicher gewesen. Die Überreaktion kann dem Punktekonto die entscheidenden Zähler gekostet haben. In den folgenden Rennen war die Scuderia Ferrari zudem nicht auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen unterwegs, Hamilton drehte vor allem in Silverstone auf und war schon kurz vor der Sommerpause an Vettel dran.

Ferrari gegen Mercedes – kein klarer Vorteil

Im Kampf um die WM 2017 gibt es keine eindeutige Tendenz, schien es in den letzten Wochen zunächst so, als würde Mercedes die Oberhand gewinnen, schlug Ferrari in Ungarn mit einem Doppelsieg zurück. Die Vorteile der einzelnen Boliden kommen auf unterschiedlichen Strecken deutlich zum Vorschein, langsame Kurse wie Monaco und Ungarn liegen den Roten mehr, schnellere Passagen lieben die Silbernen.

Das Duell wird das Formel 1-Jahr noch weiter prägen, dabei wird die Nummer 2 im Team eine entscheidende Rolle spielen. Bei Ferrari ist längst klar, dass man alle Karten auf Sebastian Vettel setzt. Bei den Italienern hat man sich in der Historie immer früh auf eine Nummer 1 ausgerichtet, dass ist 2017 nicht anders.

In Ungarn nutzte man Kimi Räikkönen, um Vettel abzuschirmen. Der hatte Probleme mit seiner Lenkung, der Finne war deutlich schneller. Die Box hätte ihn leicht nach vorne bringen können, doch man verwehrte dem Routinier die Chance auf den Sieg. Als Trostpflaster scheint es zumindest so, als würde er auch im kommenden Jahr im Ferrari sitzen.

Wer hat die bessere Strategie im Team?

Bei Mercedes sieht die Lage anders aus. Nur 22 Punkte liegen zwischen Hamilton und Bottas, somit haben hier theoretisch beide noch Chancen auf den Titel. Beim Großen Preis von Ungarn setzte man Teamorder ein, um dem Briten eine Angriffschance auf Räikkönen zu geben. Diese konnte er nicht nutzen und ließ kurz vor der Zielflagge Bottas wieder vorbei.

Fairplay zu Lasten des eigenen WM-Punktekontos? Nur auf den ersten Blick. Hamilton weiß, dass er Bottas noch gut gebrauchen kann, zudem ist die Stimmung in der Mannschaft eine ganz andere als im Vorjahr. Mit Nico Rosberg hätte der Engländer solch einen Rücktausch nicht vorgenommen. Bottas und Hamilton harmonieren deutlich besser, doch im Moment gibt Ferrari eine deutlichere teaminterne Marschrichtung vor. Wer hier die richtige Taktik gewählt hat, werden wir erst am Ende der Saison erfahren, beide sollten es aber künftig tunlichst vermeiden, auch nur einen WM-Zähler unnötig liegen zu lassen.