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Kenias Läufer protestieren

Nachdem in den letzen Wochen über einen möglichen Ausschluss aller russischen Leichtathleten von internationalen Wettkämpfen diskutiert wurde und noch wird, hat die Leichtathletik ihren nächsten Skandal. In Kenias Hauptstadt Nairobi haben mehrere dutzend Sportler das Verbandsgebäude besetzt und sich verbarrikadiert. Die Zeit in denen die Sportler vor allem in Beziehung auf Korruption weggeschaut haben sind vorbei, da auch den Athleten aus Kenia ein Ausschluss von allen internationalen Wettbewerben droht. Da die Leichtathleten dadurch natürlich auch keine Antritts- und Siegprämien mehr bekämen, fordern sie Änderungen.

Verbandsspitze soll zurücktreten

Die Läufer, die der Vereinigung Professioneller Athleten Kenias angehören, fordern den Rücktritt von Verbandspräsident Isaiah Kiplagat und seinem Vize David Okeyo. Aktuelle Ermittlungen des Leichtathletik Weltverbandes (IAAF) gegen die beiden Funktionäre haben ergeben, dass vermutlich 700.000 Dollar aus einem Sponsoren-Deal mit Nike unterschlagen wurden. Darüber hinaus gibt es Vorwürfe der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), dass der Kenianische Leichtathletikverband verdecktes Doping ignoriert und intern ermittelte Dopingfälle verheimlicht haben soll.

Es bleibt abzuwarten, ob der Rücktritt der Funktionäre erfolgen wird. Vor allem Verbandspräsident Kiplagat gibt ein sehr zwielichtiges Bild ab. Nach 40 Jahren an der Spitze trat er im Sommer zurück, um Vize-Präsident beim IAAF zu werden. Nachdem dies nicht gelang, drängte er seinen Nachfolger Okeyo wieder aus dem Amt.

Es scheint so, als wäre die Korruption nie sehr weit, wenn es um viel Geld und Macht geht. Dies zeigen auch die Beispiele FIFA und DFB.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: iStock