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Hoffnung auf Mittel gegen plötzlichen Herztod

Der sogenannte Sekundentod ist ein trauriger Schatten, der den Leistungs- und Amateursport immer wieder begleitet. Es ist bereits länger bekannt, dass der Sekundentod bei Sportlern häufiger auftritt als bei Nicht-Sportlern. Italienische Forscher haben nun die Ursache dieser Erkrankung gefunden. Diese wurden in einer gemeinsamen Studie des Südtiroler EURAC-Zentrums in Bozen und des Centro Cardiologico Monzino in Mailand veröffentlicht. Die Ursache für diesen plötzlichen Herzstillstand, der so gut wie immer zum Tod führt, ist eine Erbkrankheit – genauer eine Herzmuskelerkrankung. Dabei wird die Herzmuskulatur nach und nach durch Fettgewebe ersetzt und es kommt zur Herzinsuffizienz.

Viele junge Sportler unter den Todesopfern

Eine Herzinsuffizienz ist die häufigste Todesursache des plötzlichen Herztodes unter Belastung und hiervon sind bei weitem nicht nur ältere Sportler betroffen. Die Studie hat ergeben, dass Vorläuferzellen des Bindegewebes (Fibroplasten) für die „Verfettung“ des Herzmuskels verantwortlich sind. Diese Krankheit führt allerdings nicht zwangsläufig zum Herztod. Je nach Zeitpunkt der Feststellung, kann mit verschiedenen Maßnahmen gegengesteuert werden. Ein konkretes Medikament zur Behandlung gibt es allerdings noch nicht. Da die Ursache nun aber bekannt ist, kann diesbezüglich gezielter geforscht werden.

Das wohl bekannteste Opfer des Sekundentodes ist der ehemalige kamerunische Fußball-Nationalspieler Marc Vivien Foé. Der damals 28-Jährige brach 2003 vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern im Halbfinale des Conferations-Cups zusammen und verstarb. Auch der deutsche Handballspieler Sebastian Faißt brach 2009 im Alter von nur 20 Jahren bei einem Länderspiel der deutschen U-21 Nationalmannschaft zusammen und konnte nicht reanimiert werden.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: iStock