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2. Bundesliga startet in die neue Saison

Heute beginnt der Spielbetrieb in der zweithöchsten deutschen Fußball-Spielklasse. Um 20:30 Uhr findet die Partie zwischen Bochum und St. Pauli statt. Die Fußball-Fans können sich auf eine spannende Saison mit einer Liga ohne klaren Favoriten freuen. In diesem Jahr werden wieder neue Helden geboren, doch es ist fraglich, ob es in der 2. Bundesliga je wieder einen Spieler des Kalibers Willi Landgraf geben wird.

In Mülheim an der Ruhr geboren, verbrachte der heute 48-Jährige und nur 166 Zentimeter große Außenverteidiger sein ganzes Leben im Pott. Er brauche Schornsteine und Schlote und das war der Grund, weshalb er als Aachen-Profi jeden Tag die Strecke von Bottrop nach Aachen auf sich nahm (120 km pro Tour). Seitdem er denken kann, war „Willi das Kampfschwein“ Fan von Schalke 04. Eine Tatsache die er bei seinem ersten Profiverein stets vor den Fans verbergen musste. Trotz der Liebe für den „Feind“ gelang ihm nämlich der Durchbruch bei Rot-Weiss Essen.

Leibgericht Pommes-Schranke

Mit der Zwischenstation Homburg ging es über Gütersloh nach Aachen, wo Landgraf sieben Jahre spielte und zur Legende wurde. Dabei war sein Leibgericht genauso unorthodox wie seine Spielweise. Pommes Schranke (drei Portionen Mayonnaise und etwas Ketchup) ist seit jeher das Lieblingsessen und dazu war der Außenverteidiger bei Leibe kein guter Techniker. Doch fehlendes Talent machte Landgraf durch Herz und Einsatz wett – halt ein Malocher, so wie er in den Pott gehört. Sein Trikot war vor dem Spiel oftmals dreckiger als das seiner Gegner nach 90 Minuten. Den größten Erfolg feierte er mit dem Einzug ins Pokalfinale 2004. Zwar verlor Aachen dieses gegen Bremen, doch im Folgejahr sorgte der Zweitligist im UEFA Cup für Furore.

508 Spiele bestritt Landgraf in der zweiten Liga und ist damit Rekordspieler. Doch auch einen zweiten Rekord hat er inne. Mit neun Platzverweisen führt der Wahl-Bottroper diese Statistik gemeinsam mit Rüdiger Rehm an. Ein Bundesligaspiel bestritt der 48-Jährige nie, da es nie Angebote gab. Als ihm 2006 der Bundesliga-Aufstieg mit Aachen gelang, beendete er auf Anraten des damaligen Sportdirektors Jörg Schmadtke seine Profi-Karriere und wurde spätestens dadurch zur Legende der zweiten Liga. Heute trainiert das „Kampfschwein“ übrigens die U15 von Schalke 04 – als Spieler war er einfach nur ein „geiler Typ“.