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Die 3.Liga wechselt ins PayTV

Die Telekom überträgt ab 2018/19 alle Spiele bei 'Entertain'

Ein Abstieg in die 3.Liga des deutschen Fußballs bedeutet für die meisten Vereine Einbusse in Millionenhöhe, denn von einer Saison auf die andere minimieren sich die Einnahmen aus TV-Übertragungen massiv. Während der schlechteste Zweitligist noch etwa 4,6 Mio. Euro bekommt, bekommt ein Drittligist nur um die 800.000 Euro. So kommt es zu vielen Spielerabgängen, Mitarbeiterentlassungen und zur Aufnahme von Krediten, um sich trotzdem das Stadion und das Umfeld zu leisten, um am besten gleich wieder aufzusteigen. Das bringt viele Drittligisten sogar soweit in Gefahr, dass sie den Weg der Insolvenz gehen müssen oder wenn sie sich trotzdem versuchen wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu halten noch einmal absteigen. Das wiederum bedeutet dann meist erstrecht den KO für den Verein.

Neuer TV-Vertrag macht höhere Einnahmen möglich

Seit Jahren plädieren die Drittligisten für eine Angleichung an die Bundesliga-Gelder. Doch ab der Saison 2018/19 kommt Bewegung in die Sache, denn die ARD verliert die exklusiven Übertragungsrechte an der 3. Fußball-Liga an die Deutsche Telekom. Ab der Saison sind die Spiele der Liga bei EntertainTV kostenpflichtig empfangbar. Die ARD hingegen fällt nicht komplett raus, aber hat nur noch eine weit eingeschränkte Auswahl. Sie dürfen ab 2018 weiterhin zwei bis drei Partien pro Spieltag (Insgesamt 86 Spiele dürfen sie übertragen) live zeigen und haben zudem die Highlight-Rechte (u.a. für die Sportschau). DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius spricht von einem "zukunftweisenden TV-Abschluss für unsere 3. Liga" und betont: "Dem DFB war es auch im Interesse der Vereine wichtig, dass eine ausführliche Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen garantiert ist. Vor allem über die ARD-Sportschau mit ihrer konstant hohen Reichweite. Für die Fans der 3. Liga ist es ein tolles Angebot, fortan alle Partien ihrer Teams live über die Angebote der Telekom verfolgen zu können." Problem dabei ist, dass sich der MDR, als meistübertragender Sender, künftige mit den anderen Dritten (u.a. NDR, WDR, SWR, HR) einigen muss, welche Spiele live gezeigt werden sollen. Das wird vor allem für die vielen ostdeutschen Vereine ein Problem, da diese Spiele die Quotenbringer in der 3. Liga sind.

Karola Wille, ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin: "Unsere Zuschauerinnen und Zuschauer werden damit auch künftig die Top-Spiele der 3. Liga live in ‚ihren‘ Dritten Programmen verfolgen können und mit einer Highlight-Berichterstattung über das Spielgeschehen an allen 38 Spieltagen der 3. Liga umfassend informiert. Für die Landesrundfunkanstalten der ARD ist es auch weiterhin wichtig, mit hoher regionaler Expertise. Liga-Spiele aus der jeweiligen Region im Hörfunk, Fernsehen und Online präsentieren zu können."

TV-Gelder steigen an

Wie viel sich die Telekom die TV-Rechte kosten lässt, ist bislang noch nicht bekannt. Sicher ist dagegen: die Fernsehgelder werden nach DFB-Angaben ab der Saison 2018/19 ansteigen. Und auch so gut wie sicher: alle Spiele werden übertragen. Wo man zurzeit noch hoffen muss, dass sein Verein übertragen wird, gibt es ab der Saison 2018/19 alle Spiele bei Entertain zu sehen. Über die konkrete Verteilung der Gelder will der Verband in den kommenden Wochen entscheiden. Bislang zahlt die ARD für die TV-Rechte jährlich 12,8 Millionen Euro, Neben der 3. Liga zeigt die Telekom künftig auch ausgewählte Spiele der Frauen-Bundesliga (ab 2017/18). Bereits im Angebot enthalten sind die Basketball-Bundesliga (BBL) und die Deutsche Eishockey-Liga (DEL).

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: "Wir haben mit unserer Berichterstattung die 3. Liga, die dritthöchste deutsche Fußball-Spielklasse, auch im europäischen Vergleich, groß gemacht und ihr zu einer beispiellosen medialen Präsenz verholfen. Seit der Saison 2006/07 präsentiert die ARD die 3. Liga mit ihren zahlreichen Traditionsclubs im Umfeld der Bundesliga-Sportschau am Samstag höchst erfolgreich: Durchschnittlich mehr als drei Millionen Zuschauer verfolgen die ‚Sportschau 3. Liga‘. Das entspricht einem Marktanteil von annähernd 20 Prozent. Davon profitieren die Marke 3. Liga und die Clubs erheblich. Schön, dass dies langfristig so bleibt."

Mehrere Angebote übertragen ein Produkt – auch in der Bundesliga

Auch in der Ersten Liga drohen zukünftig Hindernisse für den TV-Zuschauer. Denn Discovery stellt die Verbreitung seiner Sender über Sky Deutschland auf den Prüfstand. Damit könnten die Sender Eurosport 2 HD, Eurosport 1 HD, Eurosport 360 HD und Discovery Channel ab dem 1. Februar nicht mehr über Sky Deutschland zu sehen sein. Eurosport 2 zeigt ab 2017/18 unter anderem ausgewählte Spitzenpartien der 1.Bundesliga. Möglich ist also, dass Fans der Bundesliga, die alle Spieler sehen wollen, zukünftig zwei Receiver im Wohnzimmer brauchen.