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Axel Schulz: Der “Fackelmann” bereut nichts

Ein Rückblick auf den Boxer und Werbegaranten

Axel Schulz ist einer unserer Größten und Beliebtesten, wenn es um den deutschen Boxsport geht. Unvergessen bleiben seine Kämpfe gegen George Foreman und Wladimir Klitschko. Eng war die Freundschaft zu seinem kürzlich bei einem Autounfall verunglückten Kollegen Graciano Rocchigiani. Als Box-Kommentator und Unternehmer hat sich der Brandenburger einen Namen gemacht. Am 9. November 2018 ist unser aller Axel Schulz 50 Jahre alt geworden!

Aus Fackelmann wird SportStrom.de

Axel Schulz und seine Fackelmann-Mütze gehörten zu jedem tollen Boxabend genauso dazu wie die legendären, langgezogenen Ansagen von Michael Buffer vor jedem Fight. Der Haushaltsartikel-Vertrieb fungierte seit dem Jahr 2000 als Sponsor von Schulz und soll Medienberichten zufolge jährlich einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag für das Werberecht bezahlt haben. Ende 2017 erfolgte nach 18 Jahren die Trennung.

Für seine potentielle neue Werbung auf der Mütze bemühte sich Schulz unter anderem Facebook mit dem kreativen Solgan „01.03.2018“. Und das hat geklappt. Eine neue Sponsor hat angebissen. Heute ziert Axel Schulz' Stirn sportstrom.de.

Boxer mit 50 Millionen Reichweite

In den vergangenen Jahren war Axel Schulz als Box-Experte im Fernsehen tätig, zuletzt beim Privatsender Sat.1. Außerdem ist der gebürtige Brandenburger regelmäßig in verschiedenen Unterhaltungsshows zu sehen. Schulz soll im vergangenen Jahr im Privatfernsehen eine Reichweite von rund 40 Millionen Zuschauer erreicht haben sowie knapp acht Millionen Zuschauer bei den Öffentlich-Rechtlichen. Um auch in Zukunft ein attraktives Werbemittel zu sein, wird Schulz in den kommenden drei Jahren bei Sport1 als Box-Experte fungieren und dabei jährlich mindestens fünf bis acht Hauptkämpfe begleiten.

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Kein JUX sondern JAXS: Axel der Genießer

Man kennt den Weg von vielen Ex-Profisportlern. Nach der Sportkarriere braucht es ein neues Standbein, für den es sich lohnt, den Erfolgsnamen herzugeben. Toben sich viele in der Mode aus oder bürgen für entsprechendes Sport-Equipment, kommt Axel Schulz gewohnt bodenständig daher. Er steht auf Grillen. Punkt. Dass die deftige Outdoor-Activity nach seiner Familie und dem Boxen gleich an dritter Stelle seiner Leidenschaften steht, mag manch einen ernüchtern, andere wiederum macht es den Menschen Axel Schulz nur noch sympathischer. Das ist ein Typ zum Anfassen, möchte man meinen. Den (Geschmacks-)Nerv seiner Fans mag Schulz mit seiner Grill-Marke JAXS vielleicht treffen.

Proteindrink: Muskeln zum Trinken?

Als ehemaliges Schwergewicht aus dem Ring setzt Axel Schulz auch heute noch auf Proteine. Liegt auf der Hand, ist er doch ein lebendes Exempel für nacheifernde Kraftprotze. Verübeln kann man es ihm deshalb kaum, dass er auch die Protein-Marketing-Maschine bedient.

Comeback: ``Das bereue ich nicht.``

Mit 50 Jahren zieht Axel Schulz eine positive Bilanz - trotz einiger schwerer Niederlagen gegen internationale Box-Größen. Zwar endete sein Comeback-Versuch am 25. November 2008 vor 12.000 Zuschauern in Halle (Westfalen) mit einem desaströsen technischen K.o. in der 6. Runde durch Brian Minto, doch bereuen würde er seine Rückkehr in den Boxring im Alter von 38 Jahren nicht.

„Allerdings hätte ich einen größeren Gegner aussuchen und das Training nicht ausschließlich in Florida bestreiten sollen. Das war ja gefühlt wie Urlaub“, so Schulz, der sich an Einzelheiten des Kampfes nicht mehr erinnern kann.

Von dem Moment an, als er durch den Tunnel zum Ring schritt, sei „alles weg“ gewesen.

„Ich erinner' mich nur noch, wie ich nach dem Kampf unter der Dusche stehe“, sagte der Schwergewichtler im Nachhinein gegenüber der „Bild am Sonntag“.

Einen Mega-Kampf ist uns Axel Schulz allerdings schuldig geblieben. Das Angebot gegen Mike Tyson zu boxen, habe es gegeben:

„Aber Tyson kam gerade aus dem Knast, und ich entschied mich 1999 für den EM-Kampf gegen Wladimir Klitschko.“

Axel Schulz: Krank war gestern

Seinen Comeback-Fight gegen Brian Minto hatte der damals 38-Jährige gegen den Rat seiner Ärzte angetreten. Eine fatale Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Denn dieses Knockout bedeutete für Axel Schulz nicht nur das Karriere-Ende im Ring, sondern auch gesundheitliche Tiefschläge im Nachgang.

Bei einer routinemäßigen Untersuchung dann die schockierende Diagnose: Das Schwergewicht hatte einen Schlaganfall erlitten. Die "plötzlichen weißen Sterne" nach der Niederlage waren kein Hirngespinst, sondern ein Alarmzeichen. Sogar der Verdacht auf Leukämie hatte zwischenzeitlich bestanden.

Während all dieser Zeit gaben Axel Schulz die Menschen Halt, die ihm am wichtigsten sind: Ehefrau Patricia und Tochter Paulina.

Axel Schulz und Patricia Schulz
Axel Schulz mit seiner Frau Patricia bei den Lauerus Sport for Good Night.

Niederlage gegen George Foreman: ``Davon lebe ich heute noch``

Insgesamt 5 Niederlagen kassierte der Mann, der am ehesten mit dem einstigen Weltmeister Max Schmeling verglichen wird. Doch gerade diese Niederlagen sind es, die Axel Schulz die Fan-Base eingebracht haben, von der er heute noch zehrt. Sein wohl bedeutendster Fight katapultierte ihn im April 1995 aus Frankfurt/Oder ins Rampenlicht der Boxwelt: Der damals 45-jährige George Foreman mag als Gewinner aus dem Ring der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas gestiegen sein, doch der Sieg der Boxlegende gilt als umstritten.

Ich denke schon daran, dass ich dreimal die Chance hatte, Weltmeister zu werden. Aber heute spielt das keine große Rolle mehr,resümiert Schulz.

Von dieser Punktniederlage nach 12 Runden gegen Foreman lebe Axel Schulz heute noch.

"Durch diesen Kampf wurde ich in aller Welt bekannt. Nur so bekam ich die Chance, später noch zweimal um die WM zu boxen. Gegen den gedopten Botha verlor ich 1995 höchst umstritten, gegen Ami Michael Moorer kassierte ich 1996 eine 1:2-Punktniederlage.“

Kampftstatistik

Kämpfe 33
Siege 26
K.-o.-Siege 11
Niederlagen 5
Unentschieden 1
Keine Wertung 1