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Er macht dem Deutschen Tennis Beine!

Auch wenn es noch nicht so aussieht, hat auch eher mit seiner Fuß-OP zu tun, wird Boris Becker in Zukunft der starke Mann im Herrentennis! Mit der spektakulären Rückkehr der deutschen Sportikone hofft der Deutsche Tennis Bund auf Ruhm wie zu besten Becker-Graf-Zeiten. Für Becker ist der neue Job als Chef des gesamten Herren-Teams eine "Herzensangelegenheit", wie er es bei der Pressekonferenz formulierte. In schweren persönlichen Zeiten mit Schlagzeilen über seine finanzielle Lage konnte der Zeitpunkt der Verkündung der neu geschaffenen Rolle aber kaum besser gewählt sein. Aufbruchstimmung geht durch das deutsche Tennis. "Tennis ist das, was ich am besten kann", sagte Becker und ergänzte voller Pathos: "Ich bin stolz, Head of Men's Tennis zu sein. Ich liebe diesen Sport, ich liebe dieses Land." Verbandschef Ulrich Klaus, Sportdirektor Klaus Eberhard, Vize-Präsident Dirk Hordorff und der scheidenden Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner waren mit auf dieser Pressekonferenz, die das große Comeback von Boris Becker ankündigten. Barbara Rittner wird künftig das Pendant Beckers für die Damen um Angelique Kerber und Andrea Petkovic.

Becker für jeden immer erreichbar

Die aktuellen deutschen Topstars Alexander Zverev und Kerber sollen von den Ratschlägen profitieren und für Glanz auf der Grand-Slam-Bühne sorgen. „Wir haben eine ehemalige Nummer eins, und wir haben einen künftigen Superstar. Wir sind gut aufgestellt", sagte Becker. DTB-Boss Klaus sprach von einem "Meilenstein", Hordorff von Becker und Rittner als "Lichtgestalten". Allein der mediale Auflauf zeigte, welche Strahlkraft der Leimener noch immer besitzt.

Mit der früheren Nummer eins als Ratgeber und dem im Amt bleibenden Teamchef Michael Kohlmann hofft der DTB in Zukunft auf den ersten Davis-Cup-Titel seit 1993. Seine erste Reise als Head of Men's Tennis führt Becker nach Portugal. Dort soll der zweimalige Davis-Cup-Champion helfen, den Abstieg zu vermeiden. In Lissabon kämpfen die deutschen Herren vom 15. bis 17. September gegen den Sturz aus der Weltgruppe.

"Ich bin mittlerweile fast 50 und habe einen enormen Erfahrungsschatz als Spieler und als Trainer gesammelt", sagte Becker. "Gewisse Dinge kann man nicht aus Büchern lernen, die muss man selbst erlebt haben. Und da bin ich glaube ich ein guter Ansprechpartner." Das war er immerhin auch drei Jahre lang für den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, mit dem er bis Dezember noch zusammenarbeitete.

Boris Becker soll nun neben dem Davis Cup auch im Nachwuchsbereich wichtige Impulse setzen sowie an Präsidiumssitzungen teilnehmen. Sein Engagement ist vorerst bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio vereinbart. Rittner soll in ihrer neuen Funktion als "Head of Women's Tennis" ebenfalls langfristig für den Verband tätig sein. "Ich bin super aufgeregt und neugierig auf die Zusammenarbeit mit Boris", sagte die 44-Jährige. Neuer Fed-Cup-Teamchef wird von der ab 2018 Jens Gerlach. "Es ist an der Zeit, mit jemandem Neues neue Wege zu gehen", sagte Rittner, die das Team 13 Jahre betreute. Angesichts von Beckers alles überstrahlendem Auftritt blieben dies aber eher Randnotizen.