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Das Ende einer Legende

Biathlet Ole Einar Björndalen darf nicht zu Olympia

Der Weltcup in Ruhpolding am Wochenende war für Ole Einar Björndalen die letzte Möglichkeit, sportlich das Ticket für die Olympischen Spiele in Pyeongchang zu lösen. Ein 42. Platz im Einzelrennen reichte am Ende dann aber jedoch deutlich nicht. Stattdessen nominierte das norwegische Olympisches Komitee (Norges idrettsforbund/NIF) um Sportchef Tore Övrebö die Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen, Lars Helge Birkeland, Henrik L'Abee-Lund und Erlend Bjoentegaard.

Björndalen hatte bis zuletzt noch auf Gnade und eine Sondergenehmigung gehofft und betonte, dass er bis zum Start der Spiele die notwendige Form erreichen werde. Es wären die siebten Winterspiele für den 43-jährigen Ausnahmeathleten gewesen.

Eine goldene Karriere geht zu Ende

Nun stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Karriereende. Es werden die ersten Olympischen Winterspiele seit 24 Jahren ohne den "Kannibalen" sein, der diesen Spitznamen wegen seines Titelhungers und seiner Kaltblütigkeit am Abzug erhalten hat. Sein Olympia-Debüt feierte er 1994 bei den Heimspielen im norwegischen Lillehammer. Es sollte seine einzige Teilnahme ohne Medaille bleiben. Vier Jahre später in Nagano stand er beim Sprint das erste Mal ganz oben auf dem Treppchen. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Vierfacherfolg 2002 in Salt Lake City. Im Einzel, im Sprint, in der Verfolgung und in der Staffel hieß es jeweils Gold für Björndalen.

Achtmal Gold, viermal Silber und einmal Bronze bei Olympischen Spielen, dazu zwanzig Weltmeistertitel und 94 Siege in 575 Weltcupeinzelrennen sind die beeindruckenden Zahlen einer außergewöhnlichen Karriere. Auch wenn das Ende noch nicht terminiert ist, dürfte nun die Nichtnominierung den König des Biathlons zum Nachdenken bringen. Bis dahin müssen wir uns mit Bildern aus erfolgreicheren Tagen begnügen.