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Der Martin Luther King der NFL

+++ Kaepernick als Begründer einer Protestwelle +++

Die unglaublichen Ausschreitungen aus dem amerikanischen Charlottesville gingen um die Welt. Bei einer Demonstration von Rechtsradikalen kam es zu mehreren Todesfällen. Diese Tatsache und auch die Reaktion von Präsident Trump zeigten, dass der Rassenhass in Amerika präsenter ist, als es viele wahrhaben wollen.

Aus Protest gegen den Rassismus in den USA gibt es im US-Sport aktuell eine Protestwelle. Hierbei knien sich Sportler beim Abspielen der Nationalhymne vor dem Spiel nieder, anstatt sich voller Stolz auf ihr Land hinzustellen. In der Nacht von Montag zu Dienstag gab es den bisher größten Protest. Dabei knieten sich zwölf Spieler der Cleveland Browns vor dem Pre-Season-Game gegen die New York Giants hin. Weitere Spieler solidarisierten sich, indem sie symbolisch die Schultern ihrer Mitspieler anfassten. Mit Seth DeValve beteiligte sich auch erstmals ein weißer NFL-Profi an dem Protest.

Widerstand wichtiger als Karriere

Diese Form des Protestes wurde als erstes vom derzeit vereinslosen NFL-Quarterback Colin Kaepernick praktiziert. Im August 2016 erhob er sich bei einem Testspiel seiner San Francisco 49ers nicht zur Nationalhymne. Obwohl ihm von vielen Seiten der blanke Hass entgegnet wurde, setzte er diesen Protest fort. Auch wenn er prominente Unterstützer fand (u. a. Barack Obama) bekam der 29-Jährige sogar Morddrohungen. Hierzu sagte der Football-Star: "Sollte so etwas passieren, würde es genau mein Ansinnen beweisen. Ich werde aber nicht aufstehen, um meinen Stolz für die Flagge eines Landes zu zeigen, das Schwarze und Farbige unterdrückt. Für mich ist das größer als Football und es wäre selbstsüchtig von mir, wenn ich wegsehen würde."

Selbst NFL-Boss Roger Goodell zeigte Verständnis für Kaepernicks Verweigern der Nationalhymne: "Wir müssen verstehen, dass es Menschen gibt, die andere Ansichten haben. Die Nationalhymne ist für mich eine spezielle Sache. Es ist ein Moment des Stolzes. Aber wir müssen auch die andere Seite verstehen. Dass die Menschen Rechte haben, die wir akzeptieren wollen."

Dieses Verhalten verdient den höchsten Respekt. Doch aktuell scheint es, als hätte sich Kaepernick mit seinen politischen Statements seine NFL-Karriere verbaut. Der Superstar ist aktuell noch Free-Agent und viele Vereine scheuen sich, den Quarterback unter Vertrag zu nehmen. Doch immerhin wird sein Gedanke des Protestes von anderen Sportlern fortgeführt.