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Ehe auf Zeit – Discovery und die Öffentlich-Rechtlichen

Die Verhandlungen waren schon gescheitert. Jetzt hat sich Discovery doch noch mit ARD und ZDF bezüglich der Olympischen Spiele geeinigt. Die Öffentlich-Rechtlichen übertragen weiterhin, auch Eurosport bleibt weiter an Bord. Discovery kündigte vor fast einem Jahr an, die Olympischen Spiele bis 2024 nach gescheiterten Verhandlungen mit ARD und ZDF selbst übertragen zu wollen. Ein halbes Jahr später präsentierte man bereits die detaillierten Pläne, die Eurosport, DMAX und TLC zu Olympia-Sendern machen sollten. Doch vor einigen Wochen gab es wieder neue Gespräche - und nun hat sich Discovery tatsächlich mit ARD und ZDF auf eine Sublizenzierung verständigt. Und das nicht nur für die kommenden Olympischen Spiele, sondern sogar bis 2024!

ARD und ZDF werden wie gehabt wechselweise im Free-TV berichten und zusätzlich bis zu drei Live-Streams von den Wettbewerben anbieten. Discovery setzt weiterhin auf Eurosport 1 und auf seinen Eurosport Player. Denn ausgewählte Sportarten wie Snowboard, Shorttrack, Eiskunstlauf und Eishockey - Spiele der deutschen Mannschaften und das Finale ausgenommen - werden nämlich exklusiv nur bei Eurosport zu sehen sein. "Es großartig, dass wir uns auf den Deal mit ARD und ZDF verständigen konnten, schließlich haben wir auch in vielen anderen Ländern Einigungen über Sublizenzen erzielen können", sagt Eurosport-CEO Peter Hutton im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Und Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland, ergänzt: "Wir sind nicht traurig darüber, dass wir die Olympischen Spiele in Deutschland nicht alleine übertragen werden. Wir haben ja immer gesagt, dass wir offen für Gespräche sind, und freuen uns daher, dass wir im Sinne des Zuschauers zu einer partnerschaftlichen Einigung mit ARD und ZDF gekommen sind, die es uns gleichzeitig ermöglicht, die Olympischen Spiele größer zu machen als jemals zuvor."

Wie viel ARD und ZDF für die Olympia-Übertragungen an Discovery überweisen werden, ist jedoch nicht bekannt. "Die Einigung ist für alle Seiten zufriedenstellend, weil sie beiden Partnern ermöglicht, den Zuschauern ein ausgesprochen umfangreiches Olympia-Paket anzubieten", betont Aigner-Drews gegenüber DWDL.de. So profitiere Eurosport etwa davon, neben der Live-Übertragung der Spiele auch exklusive Höhepunkte in einer Primetime-Show zeigen zu können.

Peter Hutton: "Einer der Schlüssel der Vereinbarung ist es, dass wir mit ARD und ZDF übereingekommen sind, nicht dasselbe zur selben Zeit auf demselben Weg zu zeigen. Niemand hätte etwas davon, wenn alle die gleichen Bilder übertragen." Vielmehr habe man sich auf eine komplementäre Berichterstattung verständigt. Der Aufwand wird für Eurosport dennoch nicht zwangsläufig kleiner, schließlich wolle man nach wie vor alle Veranstaltungen abbilden, betont Susanne Aigner-Drews. "Das grundlegende Sendekonzept werden wir natürlich überarbeiten, weil es selbstverständlich einen Unterschied macht, ob wir alleine übertragen oder ob zwei große Partner wie ARD und ZDF mit an Bord sind."

Erleichterung und Zufriedenheit bei ARD und ZDF

"Wir freuen uns, mit Discovery eine partnerschaftliche Lösung bei der Übertragung der Olympischen Spiele gefunden zu haben. Gemeinsam mit Discovery werden ARD und ZDF die Olympischen Spiele auf sämtlichen Plattformen und Übertragungswegen übertragen können", sagte BR- und Sportrechte-Intendant Ulrich Wilhelm. Er sprach zugleich von einem "hohen Kostenbewusstsein von ARD und ZDF bei der gemeinsamen Produktion". ZDF-Intendant, Thomas Bellut: "Das Ringen um die Liverechte hat sich gelohnt. Unser Publikum kann sich jetzt wieder darauf verlassen, die Spiele in der gewohnten Qualität von ZDF und ARD präsentiert zu bekommen."