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Erneute Medaille gegen die Anatomie?

+++ Gesa Felicitas Krause steht im Finale über die 3000 m Hindernis +++

Die Laufszene wird sowohl im Sprint als auch auf Mittel- und Langstecken von afrikanischen und mittelamerikanischen Athleten dominiert. Verschiedene Studien haben hierfür diverse Ursachen gefunden. Diese reichen von einem besonderen Muskelaufbau über den Körperbau bis zur Position des Bauchnabels. Die eine Ursache wird es wahrscheinlich nicht geben, sondern die Überlegenheit wird auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein.

Eine junge deutsche Läuferin macht sich in London allerdings auf, trotz ihrer „anatomischen Nachteile“ eine Medaille über die 3000 m zu erobern. Bereits vor zwei Jahren in Peking ging der Stern von Gesa Felicitas Krause auf. Bei der Weltmeisterschaft holte die 25-Jährige sensationell die Bronzemedaille in ihrer Paradedisziplin.

Neue persönliche Bestzeit als Hauptziel

Ein Jahr später unterstrich die Deutsche mit dem Europameister-Titel in Amsterdam, dass sie die derzeit beste Europäerin über die 3000 m Hindernis ist. Ihren Vorlauf gewann sie am Mittwoch und qualifizierte sich souverän für den heutigen Endlauf (22.45 Uhr).

Dort möchte sie eine Top-Leistung abrufen und ihren erst im Mai aufgestellten deutschen Rekord unterbieten. Dieser liegt aktuell bei 9:15,70 Minuten. Betrachtet man, dass die Weltjahresbestzeit bei unter neun Minuten liegt, so wird klar, dass die 25-Jährige auf ein Rennen ohne extrem hohes Tempo hoffen muss.

Das läuferische Grundniveau der Afrikanerinnen ist für Krause nicht zu erreichen, sie kompensiert diesen Nachteil allerdings durch eine exzellente Technik beim Überwinden der Hindernisse. Bei den Olympischen Spielen in Rio belegte die Sportsoldatin den sechsten Rang. Mit dieser Leistung wäre sie ebenfalls zufrieden, aber mit etwas Glück und einem starken Rennen ist vielleicht auch etwas mehr möglich.