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Gegen den Willen Spaniens – Gibraltar bald FIFA-Mitglied

Britische Kronkolonie darf höchstwahrscheinlich an der Qualifikation für die WM in Russland teilnehmen

Der Konflikt zwischen Spanien und Gibraltar, der 28.000 Einwohner zählenden Kronkolonie Großbritanniens, existiert schon seit Jahrhunderten. Bereits seit 1713 ist Gibraltar unter britischer Herrschaft und noch immer fordert Spanien „sein“ Land zurück. Doch weder Großbritannien noch die Einwohner Gibraltars wollen an der aktuellen Situation etwas ändern. Dass Politik auch vor dem Sport nicht Halt macht, ist bekannt, auch im Falle der Kronkolonie ist es nicht anders. Denn die Bemühungen ein festes Mitglied der FIFA zu werden, scheiterten bisher immer am Veto des spanischen Fußballverbandes. Doch das Urteil des internationalen Sportgerichtshofes CAS lässt der FIFA nun keine andere Chance mehr, als Gibraltar aufzunehmen.

Teilnahme an WM-Qualifikation möglich

Das wird höchstwahrscheinlich in den nächsten Wochen beim FIFA-Kongress in Mexiko-Stadt geschehen. In diesem Falle wäre Gibraltar auch berechtigt an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland 2018 teilzunehmen. Da wohl auch der Kosovo aufgenommen wird, müssen aller Voraussicht zwei Teams auf die bereits ausgelosten Gruppen verteilt werden.

Im Gegensatz zum Weltverband hat die UEFA Gibraltar bereits am 24. Mai 2013 als 54. vollwertiges Mitglied aufgenommen. Im ersten offiziellen Testspiel gelang sogar ein beachtliches 0:0 gegen die Slowakei. Als vollwertiges Mitglied der UEFA durfte Gibraltar bereits an der Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich teilnehmen und traf dabei auch auf Deutschland. Die Spiele gegen den Weltmeister gingen klar verloren, allerdings konnte Gibraltar bereits einen offiziellen Testspiel-Sieg feiern. Gegen Malta gab es im portugiesischen Faro einen 1:0-Sieg. Dort bestreitet Gibraltar seine Heimspiele, da man selbst über kein international taugliches Stadion verfügt.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages