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Ein Imitat als neue Idee des DFB

DFB plant 'Non League Day' an bundesligafreien Samstagen

Der Deutsche Fußball Bund denkt mal eins wieder an den Amateurfußball. Alle paar Monate, meistens, wenn die Amateurvereine schlechte Aufstiegschancen oder Benachteiligungen seitens des DFB anprangern, will der DFB etwas Neues hervorbringen und zeigt sich mit den vielen Amateuren im Land solidarisch. So schön, so gut, ist es oft nur ein Strohfeuer, dass sich erstmal gut anhört, aber dann doch irgendwie nicht der richtige Schritt zu sein scheint. Durch einen weiteren Aktionstag will der DFB den sinkenden Zuschauerzahlen im Amateur-Bereich entgegenwirken. Der sogenannte "Non League Day" an einem Samstag ohne Spiele in den deutschen Profiligen soll eingeführt werden.

"Wir wollen beispielsweise in Länderspielwochen möglichst viele Amateur-Begegnungen zum klassischen Bundesliga-Termin am Samstagnachmittag ansetzen", erklärte Grindel beim Hochsauerlandgespräch der Friedrich-Ebert-Stiftung. Einen Termin für die Premiere der Aktion nannte der DFB-Chef noch nicht.

In der Diskussion mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Vizemeister Borussia Dortmund und Schalke-Finanzvorstand Peter Peters erläuterte Grindel den Plan: "Um wieder zusätzlich Menschen zum Fußball zu bringen, müssen wir immer wieder etwas Neues und Spannendes kreieren. Der 'Non League Day' soll so beworben werden, dass viele von denen, die sonst in die Bundesliga-Stadien gehen, einen Anstoß haben, bei ihrem Amateur-Verein um die Ecke vorbeizuschauen. Wir wollen damit die Verbindung zwischen den kleinen Vereinen vor Ort und Zuschauern wieder stärken. Wie der Finaltag der Amateure in den Länderpokalen soll diese Aktion Respekt und Anerkennung für das zum Ausdruck bringen, was im Amateurfußball geleistet wird."

Hört sich erstmal alles gut an, aber schon der von Grindel gelobte Finaltag der Amateure ist reine Vermarktungsmaschinerie aus dem Hause DFB, denn tatsächlich spielen dort ja nur die beiden besten Teams des Landesverbandes, also nur zwei von hunderten bzw. tausenden Vereinen, und die sind in den meisten Fällen schon im Profibereich unterwegs, weil sie der 3. Liga oder der Regionalliga entspringen. Dazu werden pro Spiel auch nur nur etwa 15 Minuten zu sehen sein, da sie zeitgleich mit mindestens sechs weiteren Partien zu sehen sein werden.

Der „Non League Day“ ist keine Erfindung des DFB

Wer jetzt denkt, der DFB würde bahnbrechendes Entwerfen, muss leider enttäuscht werden. In England wird dieser Tag schon seit Jahren zelebriert. Dieser startete damals als Art Tag der offenen Tür für den britischen Amateurfußball. Er findet immer einmal im Jahr statt, wenn die Profiklubs spielfrei haben. Wer bei Twitter den Hashtag #NonLeagueDay eingibt, wird jede Menge Ergebnisse finden.

In England werden dort auch Profis und Ex-Profis „engagiert“, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Ex-Profi Les Ferdinand traf es auf den Punkt: „Vielleicht hat der Profifußball die Amateure zu lange vernachlässigt. Dabei gibt es hier bestimmt noch einige Vardys, die entdeckt werden wollen.“ In England ist das Ganze ein Erfolg. Hauptgrund dafür ist aber auch, dass sich viele Fans die abstrusen Ticketpreise nicht mehr leisten können oder wollen. Fußballvereine, besonders in England, unterscheiden sich heutzutage kaum noch von großen Wirtschaftsunternehmen. Fußballromantiker kommen bewusst wieder zu den Amateurspielen, dort wo alles begann.

Ein gutes Beispiel ist der Clapton FC aus der neunten Liga in East London. Der Verein hatte noch im Jahr 2012 einen Zuschauerschnitt von gerade mal 43 Fans. Wenig später gründete sich eine linksalternative Szene samt Ultragruppe um den Klub, und die Besucherzahlen stiegen enorm. Rekord waren vor etwa zwei Jahren 800 Zuschauer bei einem Ligaspiel. Für den wahren Fußballfan ist der Amateur-Ground der besser Ort, um seine Leidenschaften auszuleben. Schließlich sind Rauschen und Trinken in vielen Stadien verpönt oder verboten. Der Fußball hat seinen alten Reiz verloren. Klar, jubelt man über den Sieg seines Vereins, aber die Kommerzialisierung trübt das Erlebnis Fußball zunehmend.

Indem der DFB diese Kommerzialisierung in den Amateurfußball trägt, hilft er den Vereinen und Spielern nur bedingt. Helfen würden u.a. Investitionen und ein offenes Ohr mit dem Willen auch wirklich etwas zu ändern, wie zum Beispiel beim Thema Regionalliga-Aufstieg. Denn Schließlich sind die Amateurvereine, über die die Stars von morgen kommen, die Basis für jeden Euro den der DFB im Profitum erwirtschaftet.