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In England sind die Asiaten wichtiger

+++ Auslosung des Pokalwettbewerbs mitten in der Nacht +++

Der moderne Fußball tut alles für das Geld. Mittlerweile ist das so fix, wie das Amen in der Kirche. Da passt es nun ins Bild, dass eine Auslosung des englischen LeagueCup nachts um 4:15 Uhr übertragen wird. Warum? Die Auslosung zur dritten Runde des englischen Ligapokals wird am Donnerstag erstmals in Peking über die Bühne gehen – um 11.15 Uhr Ortszeit. Das scheint wohl eine Art PrimeTime es Morgens in China zu sein. Wer also in London, Manchester oder Liverpool erfahren will, gegen wen seine Mannschaft zu spielen hat, muss sich den Wecker für 4.15 Uhr stellen und hoffen, dass im Social Web etwas durchsickert. Eine TV-Übertragung oder einen Stream ist für England nicht angedacht.

"Wir verstehen, dass nicht jeder mit der zeitlichen Ansetzung einverstanden ist", sagte ein Sprecher des Ligaverbandes EFL, um die wütenden Fans zu beruhigen: "Aber diese Platzierung eröffnet uns die Möglichkeit, maximale Präsenz auf dem britischen, chinesischen und südostasiatischen Markt zu erreichen. Das ist auch wichtig für unseren neuen Sponsor, der, wie wir, versucht, eine möglichst hohe Resonanz zu erzielen. Wenn in Peking alles vorbei ist, kann man die Paarungen bequem im englischen Frühstücksfernsehen sehen." Kurzum: es wird massig Geld verdient.

Dass der Ligapokal, dessen Sieger in der Europa League antreten darf, auch nicht mehr LeagueCup heißt, sollte euch fast klar sein. Seit Saisonbeginn schimpft er sich „Carabao Cup“. Namensgeber ist ein thailändischer Energydrink, daher wurde bereits die erste Runde in Bangkok ausgelost. Auch bei der Ziehung der zweiten Runde gab es Probleme mit Dopplungen von Vereinen. Aber so lange das Geld stimmt...