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Ist MMA gefährlicher als Boxen?

MMA-Kämpfer erlag den Folgen seiner Kampfverletzungen

Der Kampfsport Mixed Martial Arts ist umstritten, viele Kritiker behaupten, dass diese Sportart zu gefährlich sei und Gewalt verherrliche. Nach dem Tod des 28-jährigen Portugiesen João Carvalho sind erneut viele Diskussionen um MMA entfacht. Carvalho starb 48 Stunden nach seinem Kampf in Dublin, den er durch technischen K.o. verlor. Mixed Martial Arts bedeutet Gemischte Kampfkünste. MMA ist der einzige Vollkontaktkampfsport, bei dem auch im Bodenkampf geschlagen und teilweise getreten werden darf. In Deutschland gab es von 2010 bis zum Oktober 2014 ein TV-Sendeverbot für diese Form des Kampfsports. In den USA, aber auch weltweit, wird MMA jedoch immer beliebter. Vor allem die amerikanische UFC (Ultimate Fighting Championship) boomt und macht dem Boxen immer mehr Marktanteile im Segment Kampfsport streitig.

Auch das Boxen birgt viele Risiken

Es gibt keine offiziellen Statistiken mit Todesfällen im Zusammenhang mit MMA, allerdings gab es neben dem verstorbenen Carvalho bisher nur wenige weitere Verletzungen mit Todesfolge. Im Boxen gab es seit 1990 über 140 Kämpfer, die ihren Verletzungen erlagen. Erst vor kurzem lag der Brite Nick Blackwell nach seinem Kampf um die britische Meisterschaft im Koma. Der Vater seines Gegners rette Blackwell dabei wahrscheinlich das Leben. Der Ex-Weltmeister Chris Eubank senior sprang nach der achten Runde in den Ring und verbot seinem Sohn weitere Kopftreffer bei seinem Kontrahenten. Der Kampf wurde erst nach der zehnten Runde abgebrochen.

Einer amerikanischen Studie zu Folge ist das Verletzungsrisiko beim MMA im professionellen Bereich vergleichbar zu dem bei anderen Kampfsportarten. Mixed Martial Arts wirkt für Außenstehende trotz des vergleichbaren Risikos weitaus brutaler.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages