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Last Man Standing

Tyron Zeuge verteidigt seinen WBA-Titel

Es ist ruhig geworden um das deutsche Profiboxen. Vorbei sind die Zeiten, in denen unzählige Weltmeister aus der Bundesrepublik die TV-Quoten in die Höhe schnellen ließen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen gibt es veraltete Strukturen und zum anderen wird dem Amateurboxen nicht mehr der nötige Stellenwert eingeräumt. Anstatt talentierten Boxern die Möglichkeit zu geben im Amateurbereich die notwendigen Erfahrungen zu sammeln, wird jeder „halbwegs taugliche“ Kämpfer aus Profitgier zum Profi und darüber hinaus oftmals durch die Medien auch zum neuen Hoffnungsträger aufgebaut.

So ist es kein Wunder, dass aktuell nur noch ein deutscher Boxer amtierender Weltmeister der großen Verbände ist. Seit dem 5. November letzten Jahres ist der 24-Jährige Tyron Zeuge WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht. Nach Graciano Rocchigiani krönte er sich beim Sieg gegen Giovanni de Carolis zum zweitjüngsten Profi-Weltmeister in der deutschen Box-Historie.

Erste Titelverteidigung erfolgreich

Eigentlich ist auch Zeuge ein Beispiel für die Probleme in Deutschland. Bereits im Alter von 19 Jahren gab der U19 Europameister von 2009 sein Profidebüt. Doch der technisch versierte Linksausleger hat im Gegensatz zu anderen Sportlern, bei denen dieser Schritt zu früh kam, trotzdem seinen Weg gemacht.

Am Wochenende verteidigte er in Potsdam erstmals seinen Titel. In der fünften Runde musste der Kampf abgebrochen werden. Ein Cut nach einem Kopfstoß von Gegner Isaac Ekpo blutete zu stark. Bei der Auszählung der Stimmen wurde Zeuge einstimmig zum Sieger erklärt.Vor allem die unsaubere Gangart des Gegners stießen dem Berliner und seinem Trainer Jürgen Brähmer sauer auf, sodass ein Rückkampf sofort ausgeschlossen wurde.

Man darf gespannt sein, wie die Karriere der aktuell einzigen deutschen Box-Hoffnung weiter geht. An seiner Seite hat er mit dem ehemaligen Weltmeister im Halbschwergewicht auf jeden Fall einen guten Trainer, der die richtigen Reize setzen wird. Auch durch den Aufbau eines großen Boxstützpunktes in Schwerin geht Jürgen Brähmer den richtigen Weg die besten Coaches und Boxer an einem Standort auszubilden.