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Durchbruch im zweiten Anlauf?

Ehemaliges Ausnahme-Talent macht erstmals bei einem großen Turnier auf sich aufmerksam

Mit 6:4 und 6:0 gewann Angelique Kerber den Porsche Tennis Grand Prix von Stuttgart. Neben der deutschen Weltranglisten-Dritten, die ihren ersten Turniersieg seit dem Überraschungs-Coup bei den Australien Open feiern konnte, spielte sich vor allem Final-Kontrahentin Laura Siegemund im Laufe der Turnierwoche in den Fokus. Die nur ein paar Kilometer entfernt von der Stuttgarter Tennisanlage in Filderstadt geborene Siegemund war vor diesem Turnier zwar allen Tennis-Experten bekannt, aber in die Öffentlichkeit nahm man sie noch nicht wahr. Zu sehr lag da bisher das Augenmekr auf die Australian Open Siegerin Angelique Kerber. Auf ihrem Weg ins Finale besiegte sie mit Simona Halep, Roberta Vinci und Agnieszka Radwańska gleich drei Top-Ten-Spielerinnen. Durch die erspielten Punkte im Zuge der Finalteilnahme schiebt sich die Deutsche auf Rang 42 der Weltrangliste und darf nun sogar von einer Olympia-Teilnahme träumen.

Jugenderfolgen folgte eine Auszeit

Erfolg hatte Laura Siegemund bereits zum Anfang ihrer Karriere. Als Zwölfjährige gewann sie den Orange Bowl, ein jährlich stattfindendes World-Jugend-Turnier. Diesem Sieg folgte ein großer medialer Hype und Hoffnungen auf eine neue Steffi Graf wurden laut. Mit nur 14 Jahren folgte der erste Auftritt auf dem ITF Women’s Circuit (einer der WTA untergeordneten Turnierserie im Damentennis). Dort konnte Siegemund insgesamt elf Turniersiege erreichen. Der große Durchbruch gelang ihr allerdings nicht und so nahm die Schwäbin 2012 und 2013 eine Auszeit, um sich einem Psychologiestudium zu widmen. Der Titel ihrer Abschlussarbeit lautete bezeichnender Weise „Versagen unter Druck“. Nachdem Siegemund wieder zurück auf die Tour kam ging es bei ihr Bergauf. Qualifikationen für WTA-Turniere folgte 2015 die erste Teilnahme bei einem Grand Slam. Der Finaleinzug von Stuttgart stellt nun den aktuellen Karriere-Höhepunkt dar.

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Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages