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Lebendig bei der eigenen Gedenkminute

Ganzes Stadion trauert versehentlich um quicklebendigen Spieler

Schon vor dem Spiel der Copa Libertadores zwischen Santa Fe und dem FC Santos kommt es zur Szene des Spiels. Der Stadionsprecher kündigt eine Schweigeminute an, 36 000 Menschen erheben sich im Stillen. Aber nicht für einen toten, sondern für einen lebendigen Spieler, der unten sogar auf dem Rasen steht und sich fast nichts anmerken lässt.

Die Gedenkminute war eigentlich für den ehemaligen Santos-Spieler Alexandre de Carvalho Kaneko bestimmt. Er war am 18. April im Alter von 60 Jahren gestorben. Wieso der Stadionsprecher sich einen solchen Faux-pas erlaubte, ist nicht klar. Aber die 36 000 Zuschauer gehorchten brav und gedachten Ricardo Oliveira, dem 36-Jährigen, der höchst lebendig unten auf dem Rasen im Trikot des FC Santos auf dem Platz steht. "Ich habe nichts gehört", sagt der Ex-Profi des AC Mailand nach dem Spiel. Der Stürmer zuckt zwar einmal kurz, als er seinen Namen hört, „trauert“ dann aber artig mit, vielleicht auch, weil er schon in höchster Konzentration auf das Spiel ist. „Ich kann alle beruhigen. Mir geht’s gut“, versicherte Oliveira nach dem Spiel augenzwinkernd.