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RB Leipzig – der völlig andere Aufsteiger

RB Leipzig mit Bundesliga-Premiere

Für viele Fußball-Fans war es wohl das schlimmste Spiel der Bundesliga-Geschichte. Die Partie zwischen den beiden Retortenklubs TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig bekam von den Medien den Spitznamen „El Plastico“. War den Fußball-Romantikern vor einigen Jahren noch Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp der größte Dorn im Auge, so ist RB Leipzig mittlerweile das wohl meist diskutierte und kritisierte „Fußball-Projekt“ Deutschlands.

Mit dem ersten Bundesliga-Spiel und dem ersten Punkt beim 2:2 ist Leipzig nun endgültig in der Bundesliga angekommen. Doch viele Zeichen deuten darauf hin, dass der Aufstieg in die deutsche Eliteliga nur eine Zwischenstation ist. In der aktuellen Transferperiode gaben die Leipziger insgesamt 43,5 Millionen Euro aus. Nicht nur allein diese Tatsache sorgt für viel Skepsis. Hauptgrund der Unbeliebtheit ist der Geldgeber Dietrich Mateschitz, der mit seinen Millionen den Erfolg nach Leipzig bringen will.

Es wird wohl immer zwei Seiten geben

Nach außen gibt der Verein um Sportdirektor Ralf Rangnick den Ausbildungsverein, der ausschließlich in junge Spieler investiert und nachhaltig wirtschaftet. Die Realität sieht etwas anders aus. Tatsächlich gibt der Verein beispielsweise 12 Millionen Euro für den 19-jährigen Schotten Oliver Burke aus, der bisher lediglich 26 Zweitliga-Spiele in England absolvierte. Hierbei scheint es, als gehe es Leipzig vor allem um ein Ausrufezeichen, denn angeblich waren viele internationale Top-Klubs an dem Schotten interessiert. Dieses Risiko kann nur ein Verein eingehen, der über schier unendliche finanzielle Möglichkeiten verfügt. Darüber hinaus hat Leipzig mit Red Bull Salzburg nun wohl offiziell seinen eigenen Ausbildungsverein. Vom Schwesterverein und Serienmeister Österreichs wechselten im letzten Jahr insgesamt acht Spieler nach Sachsen.

Mit den finanziellen und strukturellen Möglichkeiten ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich RB Leipzig in den oberen Tabellenregionen ansiedelt, dabei startete der Verein erst 2009 in der Oberliga.

Doch trotz aller Kritik findet das „Projekt“ auch Zuspruch. Leipzig verkaufte 20.000 Jahreskarten und das Duell mit Hoffenheim hatte mit 460.000 Zuschauern die höchste Zuschauerzahl aller Einzelspiele bei Sky. Man kann davon ausgehen, dass RB Leipzig Fußball-Deutschland noch lange spalten wird.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages