News

Regel-Wirrwarr bei der Handball-EM

+++ So kommen wir noch ins Halbfinale +++

Wir waren einer der Titelfavoriten vor dem Turnier und nun muss die Handball-Nation Deutschland um das Halbfinale bangen. Der Titelverteidiger kann bei der Handball-Europameisterschaft nach der 25:26-Niederlage im zweiten Hauptrundenspiel gegen Olympiasieger Dänemark die Halbfinal-Teilnahme nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Bei all der Rechnerei und Anzahl noch ausstehender Spiele lässt sich es doch relativ einfach darstellen: Lässt unser Vorrunden-Konkurrent Mazedonien (bei denen Superstar Kiril Lazarov gegen Spanien verletzt vom Feld musste) in den Partien gegen Tschechien (Dienstag) und Dänemark (Mittwoch) noch zwei Punkte liegen, bekommen die deutschen Handballer ihr Endspiel um das Halbfinale gegen Spanien am Mittwoch um 20:30 Uhr.

Dass das Halbfinale bei nur zwei Siegen aus fünf Spielen überhaupt noch möglich und nicht unrealistisch ist, liegt an den Handball-Regeln, die die Rechnerei bis zum letzten Spiel immer sehr hoch halten. „Wir haben es nicht mehr in eigener Hand. Das haben wir uns leider selbst zuzuschreiben“, sagt Bundestrainer Christian Prokop (39). „Jetzt müssen wir abwarten und die anderen Spiele schauen.“

Die Rechen-Spiele bei der EM beginnen spätestens jetzt

Anders als bei der letzten WM 2017, bei der es nach der Vorrunde sofort in den KO-Modus übergeht, gibt es bei der Europameisterschaft nach der Vor- noch eine Hauptrunde. In diese werden alle Punkte aus den Spielen gegen die ebenfalls qualifizierten Teams mitgenommen. Ganz wichtig: Am Ende entscheidet bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Mannschaften zuerst der direkte Vergleich untereinander. „Was wäre, wenn“ ist vorprogrammiert. „Unsere Chancen sind immer noch hoch, wenn man sieht, was es hier bei der EM schon für Ergebnisse gab. Ich bin optimistisch, dass wir ins Halbfinale kommen“, sagt Rückraum-Shooter Julius Kühn von der MT Melsungen. Am morgigen Dienstag ist man vielleicht schon ein bisschen schlauer oder aber muss noch mehr rechnen. Während die Deutschen spielfrei haben, absolvieren Spanien und Slowenien und Tschechien und Mazedonien ihre zweiten Hauptrundenspiele. Egal wie die beiden Duelle ausgehen, danach ist das Halbfinale immer noch drin.

Wir rechnen mal vor:

Die Neuauflage des EM-Finals von 2016 ist das allerletzte Gruppenspiel, da die beiden anderen finalen Gruppenspiele vor uns angepfiffen werden. Das ist ein Vorteil für uns, denn wir wissen genau, was wir liefern müssen. Da Dänemark nicht darauf vertrauen kann, dass wir abends die Spanier schlagen, müssen die Dänen gegen Mazedonien selber alles geben, um sicher im Halbfinale zu stehen. Das würde dann dazu führen, dass wir „nur“ gegen Spanien gewinnen müssten, um in die Vorschlussrunde einzuziehen. Klingt einfach, oder?