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So teuer ist ein volles Panini-Album!

Alle Jahre wieder kommen zu den Welt- und Europameisterschaften die Panini-Alben groß raus. Auch schon vor der Fußballweltmeisterschaft in Russland sind Zigtausende Fußballfans vom Sammelfieber ergriffen. Doch in diesem Jahr hat sich der Klebespaß erheblich verteuert. Kostete ein Päckchen mit fünf Bildern bei der WM 2014 noch 60 Cent sind es heute 90 Cent! Und wie jedes Jahr breitet Panini über seinen Gewinn den Mantel des Schweigens. Es gibt keine Auskunft darüber, wie viele Alben und Bilder verkauft werden. Was für einen Gewinn die Italiener mit der Produktion machen, lässt sich nur erahnen.

Beispielrechnung: Neunzig Cent kostet jede Tüte mit fünf Bildern, in jedes Album passen 682 Aufkleber, das ergibt Mindestkosten von 122 Euro für ein vollständig gefülltes Panini-Album. Tatsächlich sind die Kosten noch viel höher, weil sich mit steigender Anzahl an Stickern auch die Doppelten erhöhen. Füllen eine Million Fans weltweit ihre Alben, brauchen sie dafür 682 Millionen Bilder – das entspricht einem Mindestumsatz von gut 122 Millionen Euro.

Woher kommt der Panini-Hype?!

Warum sind Menschen Jahr für Jahr bereit, Geld für ein Produkt auszugeben, dass sie nur ganz schwer vervollständigen können und bei dem die Kosten so unübersichtlich sind? Da haben wir auch schon Grund 1: „Die Gesamtkosten hat der Nutzer nicht im Blick“. In kleinen Häppchen sind die Kosten über mehrere Monate verteilt doch entspannter zu zahlen. Grund 2: „Erinnerung an die Kindheit“, denn die Sticker sind keine Kindersache sondern ist ein Spaß für Alt und jung. Grund 3 appelliert an den sogenannten Ikea-Effekt: „Zusammenbauen des Albums besser als das fertige Album irgendwo kaufen“. Jeder hat den Trieb selbst etwas zu erstellen, egal ob Regal oder Stickeralbum. Grund 4 lehnt sich auch an einen kindlichen Trieb, der in jedem Menschen schlummert: „Neugierde beim Öffnen jeder Tüte“ - positive Emotionen durch das Aufreißen jeder einzelnen Packung und die Gier auf seinen Lieblingsspieler oder den Spieler, der noch fehlt.

Das Geschäftsmodell funktioniert offensichtlich wunderbar. „Seit den Werksanfängen in den Siebzigern hat Panini in Modena schätzungsweise 25 Milliarden Tütchen produziert“, berichtet ein Sprecher der deutschen Panini-Zentrale gegenüber ran.de. Mittlerweile ist Panini zu einer WM in über 130 Ländern präsent. Größter Einzelmarkt ist dabei Brasilien.