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Tommy Haas sagt "Tschüss"

+++ Der Hamburger kehrt nicht mehr als Aktiver zur ATP-Tour zurück +++

Die Entscheidung fiel Tommy Haas sichtlich schwer, dennoch hätte die Kulisse kaum passender sein können. Ein fast vollständig besetzter Center Court in Indian Wells zollte dem Hamburger und seiner Karriere Respekt, während auf der Video-Leinwand die Highlights einer außergewöhnlichen Karriere gezeigt wurden. An seiner Seite stand mit Roger Federer der beste Spieler aller Zeiten, gegen den Haas im letzten Jahr auch seinen letzten Erfolg, beim MercedesCup 2017 in Stuttgart, feiern durfte. "Eine besondere Ehre", sagte der 39-Jährige.

Tommy Haas war anders, kein weichgespülter Sportler, sondern immer Einer, der überrascht und auch mal gegen den Strom schwimmt. Dafür war er sich nicht zu schade. Auch seine gefühlt mehr als zehn Comebacks hat ihm keiner zugetraut, schon 2011 wurde ihm doch nahegelegt aufzuhören, doch Haas legte ein weiteres grandioses Comeback hin und gewann 2012 sogar noch einmal den Titel bei den Gerry Weber Open in Halle, in dessen Folge er sich noch bis auf Platz elf der Weltrangliste vorkämpfen konnte. In Deutschland haben die Austragungsorte Hamburg, Halle, München und Stuttgart die Abschiedstournee des Routiniers und Publikumslieblings genossen, er selbst vielleicht noch mehr, doch nun ist die Zeit gekommen, dem aktiven Tennis den Rücken zuzukehren. Mit Alexander Zverev hat Tennis-Deutschland ja schon den passenden Nachfolger gefunden. Ähnlich, wie Haas, auch mit dem Mund voran und immer für unorthodoxe Entscheidungen gut. Doch genau das polarisiert und gefällt den Fans am meisten.

Tommy Haas ist und bleibt mit dem Tennis verbunden - ''das Feuer brennt immer noch''

Langweilig wird ihm in Zukunft jedoch nicht, denn die Zeit nach der aktiven Laufbahn ist bereits eingeleitet. Am Rande der French Open 2016 wurde er als neuer Turnierdirektor der Indian Wells Masters bekannt gegeben. Rund zwei Stunden von seiner Wahlheimat Los Angeles entfernt ist er nun organisatorisch tätig und lobte vor dem diesjährigen Turnier direkt eine Millionen US-Dollar Prämie für einen Double-Sieg aus Einzel und Doppel aus.

Die ehemalige Nummer 2 der Welt kann auf 15 Titel auf der ATP-Tour zurück blicken. Den letzten davon holte er 2013 in der Wiener Stadthalle.

Federer bleibt Nummer 1

Federer ehrte nicht nur seinen langjährigen Begleiter, sondern konnte sich auch nebenbei für das Halbfinale des ATP-Masters-1000-Turniers qualifizieren. Gegen Hyeon Chung stand nach 80 Minuten ein 7:5 und 6:1 auf dem Scoreboard. Damit ist Federer auf dem besten Weg, seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Doch erst einmal wartet Borna Coric im Halbfinale auf den Schweizer, der durch das Erreichen des Halbfinals seine Spitzenposition in der Weltrangliste gefestigt hat.

Auch ein Deutscher hat weiter Chancen auf den Turniersieg. Philipp Kohlschreiber ist beim Viertelfinal-Duell mit Juan Martín del Potro heute Abend jedoch nur Außenseiter.