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Vereine vs. Fans - Diskussionen über Montagsspiel

Der Montag könnte zukünftig öfter in der 1. Bundesliga für eine Ansetzung zur Verfügung stehen

Früher galt es als gegeben, dass ein Bundesliga-Spiel am Samstag um 15:30 Uhr beginnt. Diese alte Regel wurde inzwischen verändert. Neben einem Spiel am Freitag gibt es das Top-Spiel am Samstag um 18:30 Uhr. Darüber hinaus werden die Sonntagsspiele auch nicht mehr parallel ausgetragen, sondern nacheinander. Die Ursache hierfür sind besser Vermarktungschancen der Liga für hoch dotierte TV-Verträge aus dem In- und Ausland.
Auf Grund der Tatsache, dass der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, soll es am 32. Spieltag zum ersten Mal seit der Partie Bielefeld gegen den SVV Ulm im Februar 2000 wieder ein Montagsspiel geben. Hierzu empfängt Werder Bremen den VfB Stuttgart. Die Fanszene Stuttgart hat nun zum Boykott der Partie aufgerufen und es ist davon auszugehen, dass aus Protest keine Fans der Schwaben nach Bremen reisen werden. Sportvorstand der Stuttgarter Robin Dutt sieht in der Ansetzung einen klaren Nachteil im Kampf gegen den Abstieg.

Mit der Aufsplittung der Spieltage zu höher dotierten TV-Verträgen

Der Protest der Stuttgarter ist durchaus verständlich, aber es deutet vieles darauf hin, dass sich die deutschen Fußball-Fans an Montagsspiele in der Bundesliga gewöhnen müssen. Seitdem die englische Premier League ihren neuen TV-Vertag unterschrieben haben, der der Liga unvorstellbare 6,9 Milliarden Euro in drei Jahren garantiert, spielt Fußball-Deutschland verrückt. Bei den großen Vereinen geht die Angst um, auf internationaler Ebene nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Traditionsvereine bilden Bündnisse um in Verhandlungen mit der Liga ihre Position zu stärken und die Solidarität zu den Vereinen in der zweiten Liga soll aufgekündigt werden.

Mal wieder geht es nur um das liebe Geld. Aktuell verhandelt die DFL über den neuen TV-Vertrag. Dieser soll nach Schätzungen ab der Saison 2017/18 rund eine Milliarde Euro pro Saison bringen, dafür scheint allerdings ein Montagsspiel wohl unvermeidbar. Auch eine weitere Aufsplittung der Spieltage, nach Vorbild der Premier League, ist denkbar. Bei aller Profitgier der Vereine werden dabei allerdings die Interessen der Fans völlig außer Acht gelassen. Die Bundesliga ist mit über 42.000 Zuschauern pro Spiel weltweit die Nummer eins aller Fußball-Ligen und die DFL verpasst keine Chance, auf die tolle Atmosphäre in den Stadien zu verweisen. Dass es für Auswärts-Fans jedoch weitaus komplizierter ist an einem Freitag, Montag oder am späten Sonntagnachmittag zu einen Auswärtsspiel zu reisen, spielt in den Planungen der Funktionäre leider keine Rolle.

Autor: Michael Knüppel
Bildquelle: GettyImages