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Von der Favela in den Olymp

Rafaela Silva macht den brasilianischen Traum wahr

Im Finale der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm besiegte sie die Weltranglistenerste Dorjsürengiin Sumiyaa aus der Mongolei, anschließend konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Die 24-Jährige aus der Favela holt die erste Goldmedaille für das Gastgeberland Brasilien. Asugelassener Jubel auf den Tribünen brandete auf. Der Erfolg von Silva hatte etwas Besonderes: Sie ist eine von ihnen, eine Carioca mit dem speziellen Lebensweg.

In Rios Favela Cidade de Deus wird sie geboren. Wer da aufwächst, kann nicht auf den Staat bauen, muss Angst um sein Leben haben und hat tagtäglich mit der tödlichen Drogenkriminalität zu tun. Sport ist der einzige Ausweg aus dem Armutsstrudel. Doch immer wieder wird sie angefeindet, meist im Netz. Mit ihrer Hautfarbe kommen viele nicht klar. Aufgrund der vielen Drohungen und Anfeindungen kämpft sie mit Depressionen und wollte ihre Karriere schon im Alter von 20 Jahren beenden. Mit professioneller Hilfe konnte sie 2013 in ihrer Heimatstadt mit dem Weltmeistertitel Sportgeschichte schreiben. Nun ist Rafaela Silva sogar die erste Judoka ihres Landes, die WM- und Olympiagold gewonnen hat.

"Das hier", sagte Silva und zeigte auf ihre Goldmedaille, "ist die Antwort für all diejenigen, die meinten, Judo sei nichts für mich. Die meinten, dass sich meine Familie für mich schämen würde und Affen in den Käfig gehören."