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Wimbledons Original-Erdbeeren vor dem Aus

Durch den Brexit steigen die Preise der Erntepflücker

Zum weißen Sport in Wimbledon gehört nicht nur der akkurate Rasen, sondern auch die klassische Portion Erdbeeren mit Sahne. Zehn frische Erdbeeren mit einem Gesamtgewicht von 120 bis 130 Gramm, dazu 60 Gramm Sahne. Serviert für 2,50 Pfund. Seit 1893 sind die Erdbeeren ein Teil des Rasenklassikers. Kein Besucher geht ohne Schale vom Gelände. Insgesamt mehr als 28 Tonnen gehen in den zwei Wochen des Turniers über die Verkaufstresen.

Mit dem Brexit kommen die Probleme

Die Erdbeeren haben insgesamt einen Verkaufswert von über 500.000 Pfund und ist damit ein wirtschaftlicher Zweig der Alle England Championships. Dort wird nichts dem Zufall überlassen. Gewachsen und gepflückt in der Grafschaft Kent, südöstlich in Londons Speckgürtel, bedroht nun der Brexit auch die Existenz der kleinen roten Frucht. Denn Marktführer British Summer Fruits hatte in der vergangenen Woche für Himbeeren und Erdbeeren einen Preisanstieg von 50 Prozent prognostiziert, da über 90 Prozent der Obstpflücker aus Europa auf die Insel kämen. In den frühen Morgenstunden pflücken die überwiegend osteuropäischen Arbeiter das rote Gut damit den Besuchern in Wimbledon ein paar Stunden später frisches Obst angeboten werden kann. „Ich kann das ganz klar sagen: Wenn wir keine Pflücker haben, gibt es im Vereinigten Königreich keine Obstindustrie mehr“, bestätigt Laurence Olins, Vorsitzender von British Summer Fruit gegenüber der Welt. Somit würde dann nur ein teurer Import in Frage kommen.

''Die Erdbeeren sind verdammt wichtig für Wimbledon''

Mit den wahrscheinlich ersten ausländischen Erdbeeren in Wimbledon würden dann auch die Preise erstmals seit neun Jahren wieder steigen. „Sollten wir den Weg gehen müssen, werden wir ihn gehen“, sagt Anthony Davies. „Die Erdbeeren sind verdammt wichtig für Wimbledon. Wir müssen sicherstellen, dass wir welche haben. Es wäre schön, wenn es britische sein könnten, aber das ist kein Gesetz.“ Also keine Angst liebe Wimbledon-Fans, ihr bekommt auch nächstes Jahr wieder eure Erdbeeren. Nur dann etwas teurer und halt nicht mehr aus England, sondern vermutlich aus den Niederlanden.