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Frauenanteil in Ultraszene nimmt zu

Jahrelanger Kampf in der männerdominierten Szene

10.000 bis 20.000 Ultras gibt es in Deutschland. Nur selten gewähren sie Einblick in ihr Inneres. Die Szene ist höchst heterogen und politisch keinem Spektrum zuzuordnen. Sie verstehen sich als subkulturorientierte Jugendbewegung mit eigenen Idealen und Werten, und sie grenzen sich bewusst von den traditionellen Fans ab. Die bedingungslose Unterstützung ihrer Mannschaft mit Gesang, Fahnen, Choreografien und auch mit Pyrotechnik eint sie ebenso wie die kritische Haltung gegenüber Verbänden und der überbordenden Kommerzialisierung des Fußballs.

Dieses Video zeigt, wie schwer es Frauen im Fußballstadion haben:

Vor Jahren war es für Frauen kaum möglich, Zugang zur Ultra-Szene zu bekommen. Noch immer sind weit weniger als zehn Prozent der Ultras weiblich. In Heidenheim hat sich eine reine Frauen-Ultragruppe gebildet – die Societas. Die Gründung geht mit dem Aufstieg des Klubs in die Zweite Liga einher. Seit Jahren schon kommen sie ins Stadion, stehen in der "Ost" und fahren zu Auswärtsspielen. Nur zum aktiven Teil der Szene gehörten sie zuvor nicht. Zwischen 16 und 22 Jahren sind die jungen Frauen alt, sie machen Abitur, ihre Ausbildung oder studieren. Sie sehen sich als Ansprechpartner für die weiblichen Heidenheimer Fans.

In ihrer Heidenheimer Szene fühlen sich die jungen Frauen von Societas akzeptiert und dazugehörig. Mit dem so platt daherkommenden Sexismus von früher, mit derben Sprüchen wie "die Nutten der Kurve" haben sie nie zu kämpfen gehabt. Das Ultra-Sein hat, auch wenn sie nur selten von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, soziale Aspekte. In Heidenheim sammelten sie jüngst Kleiderspenden für Bedürftige. Die Schickeria, eine Ultra-Gruppe in München, sorgte gar dafür, dass der einstige Bayern-Präsident Kurt Landauer, ein von den Nazis verfolgter Jude, zu einem der Ehrenpräsidenten des Klubs wurde.

Zum Anfang zu Nonno und Foggia Calcio kommen Sie hier.

Bildquelle: GettyImages