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Große Ehre für ehemalige Spitzensportler

Neuner und Schumacher werden am 10. Juli in Ruhmeshalle aufgenommen

Die ehemalige Biathlon-Dominatorin Magdalena Neuner und der Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher werden am 10. Juli bei einem Festakt in Marburg offiziell in die Ruhmeshalle des deutschen Sports aufgenommen. Das teilte die Stiftung Deutsche Sporthilfe am Montag mit. Die beiden Ausnahmeathleten hatten Anfang des Jahres die Publikumswahl der „Bild“-Zeitung gewonnen. Es war die erste Publikumsabstimmung in der Geschichte der Hall of Fame. Insgesamt wurden fast 180.000 Stimmen abgegeben. „Mit ihrer Persönlichkeit und ihren Leistungen haben Magdalena Neuner und Michael Schumacher entscheidend zur Popularität ihrer Sportarten beigetragen und über Jahre hinweg die Sportfans in Deutschland und auf der ganzen Welt begeistert“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Als Mitglied des Sporthilfe-Aufsichtsrates freue er sich sehr, dass die „Hall of Fame“ zwei bedeutende Persönlichkeiten der Sportgeschichte hinzugewonnen habe.

Magdalena Neuner – kurze, aber intensive Karriere

Nur sechs Jahre war Magdalena Neuner im Weltcupzirkus unterwegs und doch schaffte sie in dieser Zeit sportlich das, was andere nicht in 20 Jahren schaffen könnten. Zwischen ihrem Debüt im Weltcup 2006 und dem Karriereende 2012 gewann Magdalena Neuner 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup (2007/08, 2009/10 und 2011/12) und sieben Disziplinenweltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Bei Biathlon-Weltmeisterschaften ist sie mit zwölf Goldmedaillen Rekordtitelträgerin und stand insgesamt 17 Mal auf dem Podium. 2010 wurde sie bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver Doppelolympiasiegerin und einmal Zweite. Neuner galt während ihrer Karriere als eine der besten Langläuferinnen im Biathlonsport. Für ihre Leistungen wurde sie 2007, 2011 und 2012 als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Schon am Anfang ihrer letzten laufenden Saison kündigte Neuner völlig überraschend ihren Rücktritt an. Am 6. Dezember 2011 erst über ihre Homepage und einen Tag später auf einer Pressekonferenz im österreichischen Leogang erläuterte sie ihr Vorhaben. Die Wahl des für Leistungssportler ungewöhnlich frühen Zeitpunkts begründet sie mit Motivationsproblemen und dem Wunsch zur Rückkehr in die Normalität, auch Familienplanung sei für sie ein Thema. Mittlerweile hat sie bereits zwei Kinder.

Michael Schumacher – lange Karriere mit Höhen und Tiefen

Im Gegensatz zu Magdalena Neuner hatte Michael Schumacher eine lange und bewegende Karriere. Er startete von 1991 bis 2006 sowie von 2010 bis 2012 zu insgesamt 307 Grand Prix der Formel-1-Weltmeisterschaft. Mit sieben Weltmeistertiteln, 91 Siegen, 68 Pole-Positions und 77 schnellsten Rennrunden ist er der erfolgreichste Pilot den die Formel-1 je gesehen hat und wahrscheinlich auch sehen wird. Darüber hinaus stand er mit 155 Platzierungen unter den Top drei am häufigsten auf dem Siegerpodest.

Nachdem Schumacher beim Großen Preis von Belgien im Jahr 1991 für Jordan debütierte, wechselte er im kommenden Rennen schon zu Benetton, wo er bis 1995 blieb. In seiner Zeit bei Benetton gewann Schumacher 1992 in Belgien seinen ersten Grand Prix und wurde 1994 und 1995 Formel-1-Weltmeister. 1996 wechselte er zu Ferrari, wo er bis 2006 aktiv bleiben durfte. Schumacher gewann von 2000 bis 2004 fünfmal in Folge die Weltmeisterschaft. Nach einer mehrjährigen Pause kehrte er 2010 für drei Jahre zu Mercedes in die Formel 1 zurück. Im Nachhinein vielleicht nicht die beste Entscheidung, da er nie wieder an seine Erfolge anknüpfen konnte, was aber in der Zeit am Auto lag. Für Siegfahrten war der Mercedes da noch nicht geschaffen. Seine beste Gesamtplatzierung in diesen drei Jahren war der achte Rang 2011.

Im Dezember 2013 zog sich Schumacher bei einem Skiunfall schwere Kopfverletzungen zu und befindet sich seitdem in medizinischer Rehabilitation. Seitdem warten alle auf die Rückkehr des Michael Schumacher in die Öffentlichkeit. Mit der Aufnahme in die Hall of Fame wird ihm ein weiteres Denkmal gesetzt. Vergessen wird man ihn so oder so bestimmt nicht. Dazu waren seine Verdienste für den Sport und die Euphorie, die er in Deutschland entfacht hat einfach viel zu groß.